21/1 Teeseminar I Allgemeine Grundlage des Tees

Am 15. März Sonntag 10-16 Uhr findet ein Teeseminar I in Shui Tang statt.
Wir werden in diesem Seminar lernen, was ist ein Grüner Tee, wie schmeckt ein Oolong und worin liegt der Unterschied zwischen rotem Tee und schwarzem Tee.
Seminargebühr 140 Sfr.
Anmeldung bitte bei
info@shuitang.ch
oder per Telefon: 0793871130

12/1 Neue Gongfu Cha Kurs 2015 Februar

Neue Gongfu Cha Kurs 2015 in Shui Tang fängt nun am 07.02 an.
Es sind folgende Daten:
07.02.
21.02.
07.03.
21.03.
28.03.
Samstags jeweils ab 16.30 - 18.30
Kostenbeitrag 150 CHF einmalig zu bezahlen.
Anmeldung bitte per EMail oder telefonisch
info@shuitang.ch
0793871130

12/1 Das Schwarze Loch

Serafino sagte, der Teetisch in Shui Tang sei ein schwarzer Loch.
Jedes Mal wenn er dort ist, vergeht die Zeit wie ein Pfeil. Warum ist die Zeit wieder gekommen, zu gehen?
Ein Schwarzer Loch kann er nicht beobachten, wenn man mitten drin stehe, sagte er. Man muss aus dem Loch heraus, anhand der Beobachtung von den Folgen des Hineinfallens der Materie.
Shui Tang ist nun mitten im sechsten Jahr. Für mich ist es nicht nur eine Zahl. Es ist eine Verdichtung. Verdichtung von Zeit und Energie. Dieser Ort hat viele Dinge aus dieser Periode herauskristallisiert durch die Interaktion mit Menschen, die in diesem Loch hineinfallen.
Es sind viele Geschichte entstanden.
Geschichte, die berühren.
In dieser Stadt, an diesem Ort gibt es so einen Stamm. Oder besser gesagt ein Stamm von Menschen aus irgendwo, die auf dieses Loch reagieren.
Diese Menschen fühlen sich natürlich angezogen. Sie entscheiden sich freiwillig an diesem Tisch zu kommen und erzählen mir manchmal mit Wörtern, manchmal mit Augen, oft bloss mit ihrem Dasein ihre eigene Geschichten.
Sie wählen den Ort, suchen die Menschen aus, um Geschichte auszutauschen oder geschehen zu lassen.
Unsere Zivilisation gleicht ebenfalls wie einen schwarzen Loch.
Viele Materie fallen hinein und verschwanden.
Ich muss ganz weit zwischen verschiedenen schwarzen Löcher stehen, damit ich noch draußen bleiben.
Viele viele Dinge verschwinden. Selbst wenn alles verschwindet, wäre ein Versuch wert, etwas zu bewahren. Zum Beispiel Tee. Und bestimmt noch damit verbundene Dinge.

Was hat Tee für mich eine Bedeutung.
Keine.
Ich verstehe viele Dinge auch noch nicht.
Wozu mache ich so ein Geschäft? Keine Ahnung, warum.
Früher konnte ich schön argumentieren. Heute finde ich besser zu schweigen. Ich antworte oft, "Geld verdienen." Was sonst? Besser als gewöhnlich von Menschen kommentiert zu werden, als verherrlicht.
Ich verstehe nicht warum. Aber ich habe Vertrauen.
Jedes Neujahr, jeder neuer Anfang, bedeutet oft eine neue Antwort für das Leben zu erfinden.
Manchmal schafft man es, oft ohne Lösung.
Abschied von Vertrauten oder Vergangenen braucht man Mut.

Etwas Neues ANzuFANGEN, will ich unbedingt GLAUBEN!
Ich glaube, es klappt.
Du auch.

25/12 Im Feuerzeug


平安夜
我在街角站定
等你,一個人
冷月無聲
行人漸遠
我帶上火柴
如果你不來
我會划一根
至少,那搖曳的火焰
在淒冷的夜裡
會給我一點溫暖
如果你還不來
沒關係
我尚準備了打火機。
Stille Nacht
Ich stand am Ecke der Gasse und warte
Auf Dich, allein
Der kalte Mond schwieg
Keine menschliche Spuren
Ich brachte noch Sreichhölzer
Falls Du nicht rechtzeitig kommst
Ich werde eins anzünden
Die flimmernde Flamme wird zumindest in dieser stillen Nacht
Mir ein wenig Wärme schenken
Falls Du immer noch nicht kommst
Das macht nichts
Ich habe noch ein Feuerzeug vorbereitet.

Im Feuerzeug höre ich den Weg nach Hause!
https://www.youtube.com/watch?v=WnpsgbMuBHs

25/12 Stille Nacht

Stille Nacht
Ich stand am Ecke der Gasse und warte
Auf Dich, allein
Der kalte Mond schwieg
Keine menschliche Spuren
Ich brachte noch Sreichhölzer
Falls Du nicht rechtzeitig kommst
Ich werde eins anzünden
Die flimmernde Flamme wird zumindest in dieser stillen Nacht
Mir ein wenig Wärme schenken
Falls Du immer noch nicht kommst
Das macht nichts
Ich habe noch ein Feuerzeug vorbereitet.

Endlich schlossen wir die Tür an der Spiegelgasse.
In einem kleinen Kreis knallten wir eine Flasche Champagner.
Endlich war es so weit, sich auf einer stillen Nacht zu freuen.

Einst freute ich mich auf eine Fest mit Weihnachtslieder in einem familären Kreis. Es war schön und warm. Es war eine andere Zeit.
Mit Shui Tang hat es sich Einiges geändert.
Ich verbrachte sogar das Essen in einem heiligen Abend in Burgerking, nur weil ich zu faul und zu müde war, weiter zu fahren, um mit jemanden zu feiern.
Eine stille Nacht ist an sich nichts besonders.
Ausser - dass es still ist.
Diese Stille ist wunderbar, wenn paar Engels dazu fliegen, dann bereite ich noch paar Teeschale vor. Die Gasse ist leer, ich zünde noch paar Kerzen. Vielleicht ist es dann so weit.

10/12 Existiert, aber unsichtbar

Existiert, aber unsichtbar
Serafino hat mir eine spannende Frage gestellt.
Was ist zwischen Yin und Yang?
Komisch, warum interessiert ihn nicht der Gegensatz, sondern dazwischen?
"Serafino, das sind viele Möglichkeiten." ich male ihm ein Yin und Yang Zeichen.
"Zwischen Yin und Yang sind viele Yin und Yang. Sie sind nicht trennbar."
"Das Zeichen kenne ich!" sagte er. "Ich male mir immer das Zeichen wenn ich Prüfungen habe. Mit diesem Zeichen verbinde ich mit meiner Seele und dem, was dazwischen ist."
Ich staunte über seine Aussage!
Was für einen direkten Weg zwischen seinem Verstand und seinem Herzen!
Meine Träne hängen am meinen Augen.
Mit einfachen Worten - "Serafino, weiss Du, das ist schön, dass Du Dich jetzt für Tee interessierst. Aber Du wirst noch viele interessante Dinge entdecken. Und es ist gut, wenn Du Shui Tang vergisst und auch mich. Du muss Dich nicht schlecht fühlen, wenn Du nicht kommst. Verstehst Du?"
Er schaute mich an - vielleicht mit ein bisschen Melancholie.
"Ich weiss, dass ich vergesslich bin. Deswegen habe ich Tatami gekauft und ein Tisch eingerichtet. Diese Dinge werden mich immer erinnern, dass Tee mir viel Freude macht!"
Als dieser kleine Mensch die Tür von Shui Tang verliess - klingelten seine Sätze noch an meinem Ohr.
"Warum streiten Erwachsene immer über Unterschiede? Wenn man einander gerne hat, kann der Unterschied doch nichts behindern."
Warum nicht?
Die Liebe überwinden die Unterschiede.
Ein Engel sucht nach dem Dazwischen anstatt den Gegensätze...
Dazwischen existiert, aber unsichtbar.
Er nahm die Notiz mit.

04/12 Der Bus mit Umsteigen

Serafino fragte mich, ob Japaner nie Nein sagen können.
"ich weiss es nicht."
"Eine Kollegin von meiner Eltern hat erzählt, was sie in Japan erlebte." Diese deutsche Damen fragte eine Japanerin nach dem Weg, ob der kommende Bus auch direkt zu ihrem Ziel fährt. Die fremde Japanerin antwortete, "Ja, aber man muss zwei male umsteigen."
Serafino sagte, warum kann man in Japan nicht direkt sagen, dass der Bus nicht dorthin fährt.
Ich versuchte es ihm zu erklären.
Du fährst mit dem Tram 4 bis zum Hauptbahnhof und steige dort um mit dem Tram 11. Mit Tram 11 fährst Du bis zum Paradeplatz und dann steige dort mit dem Tram 9 bis zum Kunsthaus. Also Du wirst in Kunsthaus ankommen, aber nicht direkt mit Tram 4. Beziehungsweise der Tram 4 fährt auch zum Kunsthaus, aber nicht direkt.
Im Europa beurteilt man die Dinge mit der ersten Strecke.
In Asien beurteilt man die Dinge mit den gesamten Strecken.
"Lerne doch etwas von Asien, versuche die Dinge als Ganzes zu betrachten.
Umwege sind kein Irrweg.
Irrwege sind einer der Wege." sagte ich zu ihm.
Sein Schlusswort war: "Also, wenn man mich fragt, dann würde ich sagen. Mit Tram 4 kann man auch nach Kunsthaus, aber nicht direkt. Der Bus fährt direkt zu ihrem Ziel, aber der andere mit Umwege."

03/12 Was ist zwischen Ja und Nein?

Serafino kam mit einigen Fragen.
Er sagte, dass er mit seiner Mutter vor paar Tagen über Leben und Tod sprach und danach viele Frage stellte. Seine Mutter sagte ihm, "Gehe zu Menglin."
Zu Menglin. Habe ich paar Antworte darauf?
Was ist zwischen Ja und Nein?
Ich sagte ihm, JAIN.
Ja plus Nein.
Seine Augen drehten und bewegten sich ganz schnell.
Manchmal ist es ja. Manchmal ist es nein.
Was früher ja war, kann heute nein sein.
Was ist denn dazwischen?
Alles möglichen.
Ich erzählte ihm von einer Geschichte, was Michel mir früher gerne erzählte.
Ein Mönch sah eine junge Frau vor seinen Augen in einer Richtung rannte. Dann kamen Räuber die nach der jungen Frau fragte. Der Mönch antwortete mit einer Lüge. Somit wurde das Leben einer jungen Frau gerettet.
Ist diese Lüge ein Ja oder ein Nein?
Ist diese Lüge richtig oder falsch?
Serafino antwortet, das ist wie das zwischen Erde und Luft. Es sind zwei Welten, zwischen denen etwas dazwischen liegt, aber unsichtbar und nur so existiert.
Ja.
Für die Erwachsenen sind Gegensätze nicht zu vereinbaren.
Aber für den 12järigen ist es scheinbar kein Problem.
Etwas existiert scheinbar nicht, aber doch da.
Was ist zwischen Ja und Nein?
Es sind viele Möglichkeiten.
Und Ja und Nein sind nicht wirklich getrennt.

14/11 Der Zukunftstag

Der Zukunftstag
Der Zukunftstag
Das war sein Zukunftstag.
Serafino sagte, dass er sein Obento selbst mitbringen würde für den Mittagsessen.
Ich sagte ihm, dass ich für ihn etwas kochen würde.
Er fragte, "was können Sie?"
Ich staunte und antwortete, "oh, ich kann chinesisch kochen."
Hm, sehe ich so aus, als ob ich nicht kochen kann?
Als ich für Yu eine Mahlzeit mit Gerichten und Suppe auftischte, sagte er zu seiner Frau; "Stelle Dir vor, selbst Menglin kann uns eine Mahlzeit auftischen."
Ich habe Hong Shao Niu Rou (Rindfleisch geschmort gekocht) und Omelette mit Koriander und Zwiebellauch. Ganz einfach. Er sass mit Stäbchen ganz geschickt. Alles war weg. Ein Schwarzloch existiere in seinem Magen.
Als der Kaffeetrinker-Vater unerwartet kam, bedankte ich mich bei ihm, "Ihr Sohn bereichert mein Leben. Ich fühle mich so reich!"
Er nickte seinen Kopf, "Meins auch."
Es war nicht bloss der Zukunftstag von Serafino.
Es war auch meine Zukunft.
Ich rieche die Funken aus der Zukunft! Süss, zart und unverfälscht!

14/11 Der kultivierte Franz Carl Weber Laden

Serafino antwortete auf die Frage seines Vaters wo er war, er sagte, dass er in einem kultivierten Franz Carl Weber Laden war.
In diesem Laden hat er seinen Zukunftstag verbracht.
Er kam mit Arbeitswut. Er wollte arbeiten. Kartonschachtel richten, Tee wiegen und abpacken.
Wenn Teeinteressierte kamen, bereitete er ganz fleissig den Tee zu.
Sein Vater kam unerwartet.
Auch der Vater musste wissen, in einem Spielzeugladen sein Junge gelandet ist.
Alexander scherzte zu Serafino, ob er nicht wusste, dass der Spielzeugladen eigentlich ein Hexenladen ist.
Oh, ich erinnere mich an die Märchens! Die Grete, der Wolf oder Lebkuchenhaus!
Serafin hat wenig Angst. Er lief in Shui Tang mit einem Selbstverständlichkeit. Ich muss mir keine Gedanke machen, ob meine Töne schön oder vielleicht falsch liegen, ob er meinen Keller nicht chaotisch findet, ob er meine Sprache entziffert. Er machte es einfach. Unkompliziert und gelassen.
Woher hat dieser Junge diese Einfachheit und Gelassenheit? Ich schaute ihn an und dachte an seine Eltern, die ihm als Kind einen Raum schenkt.
Er sass vor Kravattenträger, sass vor erwachsenen Teefreaks und auch vor hübschen Blondine. Er sagte zu ihr, dass unser kultivierte Franz Carl Weber Laden eigentlich nur Herren besuchen.
"Woher weiss Du es?" fragte ich ihm.
"Ich habe es so beobachtet." antwortete er mit einer Klarheit.
Und diese Herren respektieren den 12jährigen Serafino. Sie diskutieren mit ihm über Ninja, über Samurai oder über Architektur.
Es war bereits spät. Fünf Herren sassen am Tisch. Serafino machte Tee.
Ich bediente gerade einen anderen vor dem Regal.
Serafino gab einen neu dazu kommenden Herren eine Tasse - eigentlich nur für Riechen gedachtte. War es ein Fehler? Ich beobachte, reagierte aber nicht.
Ich sah, wie der eine "falsche" Tasse bekommende Herr schweigend angenommen hat und so seinen Tee aus einer sehr hohen Tasse trank. Alle sagten nichts und tranken gemeinsam den Tee von Serafino.

Ich spüre die Träne im Auge. Alles wurde im Tee aufgehoben. Erwachsene oder Kinder. Richtig oder falsch. Gast oder Gastgeber. Die erwachsenen Herren haben Serafino liebvoll akzeptiert und seine Autorität am Teetisch respektiert. Ich war sehr berührt.

Irgendwann sagte, er habe genug von Tee. Er hörte einfach auf zu trinken, will mir unbedingt bei der Kasse helfen.
Irgendwann ist der letzte Gast aus der Tür.

"Serafino, nun ist die Zeit für den Heimweg. Deine Mutter wartet auf Dich."
"Das stimmt nicht."
"Doch. " ich will nicht, dass seine Mutter auf ihn warten musste.
"Schade, dass wir in nächsten Jahr keinen Zukunftstag mehr."
"Wir haben immer Zukunft."
"Ich komme am Dienstag nach der Schule!"
Ich nickte meinen Kopf.
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