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<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de"><title>Tee erleben - Teeblog</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/"/><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://tee.kaywa.com/atom/"/><updated>2008-05-13T10:54:10Z</updated><id>http://tee.kaywa.com/</id><subtitle>Tee news and stuff that matters</subtitle><generator>http://www.kaywa.com/?v=1.0</generator><rights>Copyright by KAYWA AG - Services for the mobile Internet</rights><entry><title>Lishan 2007 &#x68A8;&#x5C71;&#x78B3;&#x57F9; - Duft der Holzkohle</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/p494.html"/><id>http://tee.kaywa.com/p494.html</id><published>2008-05-13T10:54:10Z</published><updated>2008-05-13T10:54:10Z</updated><summary>Stephan rief mich morgens an und fragte, ob ich mich gerade von Pfingsten erholen musste. Erholen von Feiertagen? Nein, ich...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p xmlns="">Stephan rief mich morgens an und fragte, ob ich mich gerade von Pfingsten erholen musste. Erholen von Feiertagen? Nein, ich arbeitete &#xFC;ber die Feiertage. Freizeit? Ich habe keine Freizeit. Ich mache das gerne, was ich mache. Eigentlich habe ich nur Freizeit.</p>
<p xmlns="">Das Leben meines Lehrers in Taipei bestehe nur aus Freizeit, behauptete seine Frau auf der gemeinsamen Reise nach Mingjian. Ich war nicht sicher, ob sie sich &#xFC;ber ihn beklagte.</p>
<p xmlns="">Auf der Reise hatten wir einen wundersch&#xF6;nen Tee, der mir unbekannt war und deswegen noch spannender schmeckte. Sein Name wurde nicht verraten. Ich wei&#xDF; immer mehr, dass es viele versteckte Geheimnisse des Tees in diesem Menschen gibt. Er erz&#xE4;hlte es nicht und ich musste es auch nicht ansprechen. Ich sagte ihn, "Oh, ich schmeckte Honig, Blumenwiese und Hochlandsluft! Aber die Holznote ist so dominant, war es ein Fehler!" "Nein, nein. Das ist Holzkohle-Geschmack!" er schmunzelte. "Eigentlich ist er mein privater Tee! Unverk&#xE4;uflich!" Selten findet man solch Material aus Lishan -&#xA0;Qingxin Oolong von Insekten befallen! Das ganze wurde noch an einem sonnigen Tag gepf&#xFC;ckt und verarbeitet! "Solche Dinge darf&#xA0;man im Leben&#xA0;nicht verpassen." sagte er am Steuer, "Irgendwann muss Du so weit sein, wenn Du einen Tee trifft, weiss Du, was aus ihm werden kann. Dann behandelst Du ihn entsprechend." Er behandelt ihn entsprechend dirket &#xFC;ber gl&#xFC;hende Holzkohle &#xFC;ber 120 Grade! Er bat mir, ihn aufzubewahren, seine Reife zu erleben.</p>
<p xmlns="">"Mein Mann hat nur Freizeit," erz&#xE4;hlte seine Frau mir, "er ist ansonsten so lahm. Nur wenn er mit Tee und Photographieren zu tun hat, ist er wieder ein Mensch." Er brauche keine Freizeit, weil er immer frei sei. Sein Ruhm und Bekanntheit bringe ihr nichts, weil er diese Welt spielend durchquere. Sie verdient ihr&#xA0;Geld, zog&#xA0;den Sohn auf und sah zu, wie er in der Teewelt sich frei spielend bewegt, wie ein Narr.</p>
<p xmlns="">Ich h&#xF6;rte pl&#xF6;tzlich&#xA0;den Ryokan (ein japanischer Dichter)&#xA0;leise singend:</p>
<p xmlns="">"Spielend, ja spielend,</p>
<p xmlns="">Durchquere ich diese flie&#xDF;ende Welt...</p>
<p xmlns="">Ist es da nicht gut, die b&#xF6;sen Tr&#xE4;ume anderer Menschen zu zerstreuen?"</p>
<p xmlns="">Er und ich h&#xF6;rten ihr zu und schwiegen. Den Tee wurde immer wieder serviert - von ihr. Sie interessiert sich nicht f&#xFC;r die Namen des Tees, nur f&#xFC;r diesen Tee, den er f&#xFC;r sie macht.&#xA0;"Einen guten Tee." sagte sie. S&#xFC;ss wie honig, elegant wie die H&#xF6;he des Berges und holzig wie der Duft des feuchten&#xA0;Tannenwalds. Diese Kombination ist einzigartig. Ich h&#xE4;tte nie gedacht, so etwas zu begegnen.</p>
<p xmlns="">Als ich zum ersten Mal seine Frau sah, konnte ich nicht fassen, wieso eine so sch&#xF6;ne Stadtdame mit einem "Bauersohn" verheiratet sein kann! Diese Kombination war mir geheimnisvoll. "Er dachte, dass ich in ihn verliebt sei, weil ich ihm gegen&#xFC;ber immer sehr freundlich war - dabei war es meine Erziehung." Als sie zum ersten Mal mit seiner Schwester Mingjian besuchte, war sie verliebt in diesem Ort, sagte sie. Er war ein guter Fremdenf&#xFC;hrer. "Ich sehe ihn so gerne hier. In Taipei bleibt er wegen mir und unserem Kind. Aber er ist hier sich selbst." Sie l&#xE4;chelte wieder und zeigte mir das alte Haus, wo sie ihre Hochzeit verbrachten. Ein typisches Formosa-Haus, wie das von meiner Gro&#xDF;mutter auf dem Pamelo-Garten aus roten Backstein und roten Ziegel. Die Sonne schien.</p>
<p xmlns=""><img title="Das alte Haus in Mingjian" alt="Das alte Haus in Mingjian" src="http://tee.kaywa.com/files/images/2008/5/mob564_1210701446.jpg" border="0"/></p>
<p xmlns="">W&#xE4;hrend wir in Mingjian unterwegs waren und besch&#xE4;ftigt hin und her rannten, sass sie geduldig im Wohnzimmer von Aming und wartete. "Langweilst Du Dich nicht?" fragte ich mit einem schlechten&#xA0;Gewissen. "Nein, ich bin gl&#xFC;cklich."&#xA0;das erz&#xE4;hlte eine wartende Frau? Sie wartete, weil er das tat, was er gerne machte. Sie strahlte Ruhe und Zufriedenheit aus bei einem Tassen von Insekten befallenden&#xA0;Lishan 2007, der auf Holzkohle behandelt war. Ein Tee, eigentlich schwer zu verstehen ist. S&#xFC;ss, elegant aber holzig.&#xA0;Nach Karamel, nach Bl&#xFC;te, nach Kardamon und nach Waldholderbeeren (die leichte anf&#xE4;ngliche&#xA0;Duftnote von Waldholder) oder nach Muskat.&#xA0;Zug&#xE4;nglich und abweisend zugleich. Wer will schon so eine komische Kombination probieren, wenn man einen richtigen Hochlandsoolong Lishan hat? Ich verstand ihn nicht wirklich, wollte unbedingt welchen mitnehmen. Weil ich dachte, dass ich auf ihn warten kann und ihn auch verstehen k&#xF6;nnte. Vielleicht erst in paar Jahren.</p>
<p xmlns="">Als J&#xF6;rg aus Frankfurt kam, als J&#xFC;rg und Carola zum Essen waren, als Romeo vor seiner Abreise mich besuchte, waren sie alle entz&#xFC;ckt von dieser Kombination. Eigentlich habe ich nur f&#xFC;r mich gekauft um auf ihn zu warten&#xA0;und f&#xFC;r die Besucher aus der Ferne aufgegossen ohne ein Gedanke zu haben. Sie wollten unbedingt ein bisschen von ihm. Ein bisschen von meinem seltsamen Lehrer, der spielend in dieser Welt mit Tee durchquert. Oder ein bisschen von dieser liebvolle sonderbaren Kombination...</p>
<p xmlns="">Nachtrag: dieser Tee hat vier "Extreme (Rarit&#xE4;ten)": die h&#xF6;chte Lage des Teeanbaus auf Formosa - 2600 M.&#xFC;.M.; von Fruchtfliege befallenen Bl&#xE4;tter, die sonst aussortiert werden. Denn es erschwert die Herstellung, diese Art von Bl&#xE4;tter zu verarbeiten; einen sonnigen Tag im Hochlandgebirge im Oktober 2007; &#xDC;bers Holzkohle ger&#xF6;stet von einem von&#xA0;den "besten" Tee-&#xD6;nologen auf Formosa.</p></div></content></entry><entry><title>Teesch&#xFC;ler</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/p493.html"/><id>http://tee.kaywa.com/p493.html</id><published>2008-05-13T10:25:10Z</published><updated>2008-05-13T10:25:10Z</updated><summary>Als sie mir schrieb, dass sie ein Teesch&#xFC;ler werden m&#xF6;chte, war ich richtig &#xFC;berrascht. Ich bin weder Lehrer...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p xmlns="">Als sie mir schrieb, dass sie ein Teesch&#xFC;ler werden m&#xF6;chte, war ich richtig &#xFC;berrascht. Ich bin weder Lehrer noch Meister. Eigentlich bin ich nur ein einfacher Tee-Verk&#xE4;ufer. Ich schrieb Ihr, dass ich hier bin und ihr eigentlich nichts zeigen k&#xF6;nnte. Als sie die Distanz zwischen Nordsee und Z&#xFC;richsee &#xFC;berwand, war ich richtig beeindruckt. Der Nordwind trieb sie an diesen Platz zwischen den Bergen. Wozu?</p>
<p xmlns="">Sie meinte, die Langsamkeit des Lebens im Tee entdeckt zu haben. Sie m&#xF6;chte, sich in die Langsamkeit zu vertiefen. Vielleicht gibt es wirklich einen geheimen Garten in uns, einen ruhenden Punkt, wo &#xFC;ppige Blumen durch unsere Pflege wachsen k&#xF6;nnen und von dort aus die stets bewegende Welt betrachten zu k&#xF6;nnen. Tee ist weder Oase noch Tresor, er ist nur aus Bl&#xE4;tter von einer fremden Pflanzen, an welche wir glauben,&#xA0;uns ein Gef&#xFC;hl vom diesen verborgenen Ort wieder vermitteln zu k&#xF6;nnen.</p>
<p xmlns="">Das Pendeln zwischen Hamburg und Z&#xFC;rich tut sie wegen einem ganz tollen Mann. Das Lernen &#xFC;ber Tee tut sie f&#xFC;r sich selbst. Ich nickte und verstand es sehr wohl. Ihr schenkte ich einen Sijichun ein, dessen Duft uns beide sofort in die Welt der Alice verschlug. Einen leicht zug&#xE4;nglichen Tee, meinte ich. Dann ein Gangkou Cha 2002 -&#xA0;ein Tee, der schwieriger zu verstehen ist. Die Vielschichtigkeit dieses Tees erschrak sie nicht. Sie mochte ihn. Leicht salzig, leicht sauer und fruchtig. Das S&#xFC;&#xDF;e am Abgang gibt einen vieles nachzudenken. Ihre Augen waren verschlossen und sie war bereits von der Welle des Tee &#xFC;bers Ozean getrieben. Palmen, Sonne und der Ruf des Meeres auf Formosa.</p>
<p xmlns="">Was war denn mit meiner Suche? &#xDC;ber den Brief von Detlef kam ich zu Nojiri Sensei (Lehrer afu Japanisch). Es war nicht schwer. Ein Flug nach Br&#xFC;ssel hat den Anfang geebnet, nur das Ertragen von dem st&#xE4;ndigen m&#xFC;hsamem Knien und von dem schonungslosen Tadeln des Senseis waren die eigentliche Herausforderung. Ich wei&#xDF; eigentlich immer, wo ich die Sensei finden kann und wei&#xDF;, dass ein St&#xFC;ck meines Gartens wieder sichtbar wird &#x2013; durch sie.</p>
Der Weg, zu meinem Lehrer, der mir die Sprache des Tee unterrichtet, war kurvenreicher. Ihn zu suchen passierte ich an vielen H&#xF6;hlen von Scharlatanen vorbei. Die so genannten Meister, die mir die Freiheit wegnahmen, mich f&#xFC;r welchen Weg selbst zu entscheiden. Die so genannten Weisen, die sich um Sch&#xFC;ler werben und seinen Geschmack f&#xFC;r den einzig wahren werben und autorisieren. Als es endlich so weit kam, bin ich ihm begegnet. Mir goss er eine Reihe Tees auf und fragte mich, was ich wahrnahm. Ich gab ihm meine Antwort und er schmiss den L&#xF6;ffel auf den Tisch: &#x201E;Bei wem hast Du es gelernt?&#x201C; &#x201E;Nein, nur B&#xFC;cher gelesen.&#x201C; Dann nickte er seinen Kopf, &#x201E;Gut, Du hast Sense, ich kann Dir es beibringen.&#x201C; Er wollte allerdings nicht, dass ich Leute aus Ausland zu ihm mitnehme, weil es ihn Komplikation schaffe. Ich h&#xE4;tte gerne bei ihm gelebt wie die fr&#xFC;here Zeit, einem Meister zu folgen und die Welt zu erforschen. Anfang letzer Woche trafen viele wunderbare Ph&#xF6;nix Muster ein. Als unl&#xF6;sbare Fragen in mir aufstiegen, sp&#xFC;rte ich, wie sehr ich seine Hand vermisste.&#xA0;Vor zwei Stunde erz&#xE4;hlte ich ihm, wie sehr er mir doch fehlt. Er lachte auf der anderen Seite der Telefonleitung&#x201E; Du muss Dich doch endlich richtig entwickeln, meisterhaft zu werden!&#x201C; &#x201E;Du muss mich in der Zukunft noch mehr tadeln.&#x201C; &#x201E; Wie k&#xF6;nnte ich Dich denn nur tadeln?&#x201C; seufzte er.
<p xmlns="">Das Tadeln vom Lehrer wird im hiesigen kulturellen Kontext oft missverstanden - nat&#xFC;rlich gibt es unterschiedliche Art von Tadeln, viele sind einfach nur aus Emotion, die eine andere erzeugt. Wer will schon getadelt werden und andere Menschen tadeln, von denen man dadurch eine negative Projektion bekommt? Ich sp&#xFC;re hinter dem Tadeln meiner Lehrer oft eine Art von wahrer Liebe, die eigentlich nur die Entwicklung des anderen w&#xFC;nscht. Ich schaffe so etwas nicht und bleibe lieber als Teesch&#xFC;ler und als ein einfacher Tee-Verk&#xE4;ufer. Wer will schon Verantwortung f&#xFC;r einen fremden Menschen &#xFC;bernehmen, der besser wei&#xDF;, was er will?</p>
<p xmlns="">Die Zeit rann davon. Ihr gab ich paar B&#xFC;cher. Eine R&#xFC;ckgabe war mir nicht wichtig. Auch ein Gangkou Cha sollte ihr begleiten auf den Weg zwischen Nordsee und Z&#xFC;richsee.</p></div></content></entry><entry><title>Wie muss ein Gyokuro schmecken?</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/japanischer-gruener-tee/wie-muss-ein-gyokuro-schmecken.html"/><id>http://tee.kaywa.com/japanischer-gruener-tee/wie-muss-ein-gyokuro-schmecken.html</id><published>2008-05-09T10:04:30Z</published><updated>2008-05-09T10:04:30Z</updated><summary>Oft wird es beschwert, dass der japanische gr&#xFC;ne Tee fischig und spinatartig schmeckt. Im meinen Seminar giesse ich gerne...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p xmlns="">Oft wird es beschwert, dass der japanische gr&#xFC;ne Tee fischig und spinatartig schmeckt. Im meinen Seminar giesse ich gerne zwei Gyokuro auf, die Teilnehmer zeigen sollen, wie ich unter einen guten Gyokuro verstehe. Dann wurde ich mehrmals konfrontiert, dass "mein" Gyokuro eigentlich nicht nach der gew&#xF6;hnlichen Vorstellung des Gyokuro schmeckt, sondern das andere "schlechte" Beispiel.</p>
<p xmlns="">Ein Gyokuro, der nach dem Aufguss bald tr&#xFC;b wird, ist ein fehlerhaft hergestellter gr&#xFC;ner Tee. Wenn das Erhitzen problemlos und ausreichend verl&#xE4;uft, darf er gar nicht tr&#xFC;b werden. Er wird tr&#xFC;b erst&#xA0;nach minutenlangen ziehen. Ein Gyokuro, der fischig schmeckt, ist zu stark ged&#xFC;nnt. Er schmeckt nur nach D&#xFC;nnmittel, anstatt nach dem Teepflanzen!</p>
<p xmlns="">Um diese Frage aufzukl&#xE4;ren reiste ich in die Innenschweiz. Dort gab es Degustationen und Diskussionen, was ein Gyokuro sein sollte. Nach der intensiven Gyokuro-Auseinandersetzung konnte ich&#xA0;in dieser Nacht&#xA0;nicht schlafen und bekam sofort eine richtige Migr&#xE4;ne... Ach, wie gesund ist der Tee? Wie gesund leben die Teataster? (Nat&#xFC;rlich sollte man bei der Degustation den Tee nicht schlucken...)</p>
<p xmlns="">Mehrere Proben von besten Beispiele wurden degustiert. Welche von konventionellen Anbau, welche von Nakai Organic Teegarten. Obwohl sie alle Gyokuro heissen, zeigten sie uns unterschiedliche Richtungen des Teeverst&#xE4;ndnis des Teemakers. Viele schmeckten eindeutig fischig und waren sofort tr&#xFC;b nach dem Aufguss. Einen gr&#xFC;nen Tee, der einfach nach dem Fr&#xFC;hlingsblatt schmeckt, war in meisten Tassen nicht zu finden. "Fisch-Assoziation" war sehr pr&#xE4;sent. Muss es sein? Nein. Ein guter Gyokuro schmeckt nach feinem Nori (ger&#xF6;steter Algenblatt), aber nicht nach Fisch-Gestank. Ich verstehe den japanischen Tee nicht besonders gut. Mein Zugang kommt vom Oolong aus. Wenn&#xA0;alle Prozesse richtig passieren, ist der&#xA0;Aufguss klar und die Farbe leuchtet. Der Geschmack ist sauber und befl&#xFC;gelnd, anstatt schwer und undifferenziert.&#xA0;Es ist beim Kaffee so, ist beim Wein so und ist beim Gyokuro wohl ausnahmelos so.</p>
<p xmlns="">Pers&#xF6;nlich bin ich kein begeisterter BIO-TEEFAN. Bio-Siegel spielt bei mir keine Rolle, der Tee muss f&#xFC;r sich&#xA0;stimmen. Oft erlebe ich, wenn ein so gennanter Bio-Tee in guter Hande produziert wird, k&#xF6;nnte ein wirklich lebendiger und hervorragender sein, als ein Tee aus konventionellem Anbau. Die Tees aus Nakai Teegarten sind solche Exemplare. Das S&#xFC;sse des Gyokuros, das elegante Frische&#xA0;des Fr&#xFC;hlingsblatt und das erhebende Gef&#xFC;hl nach&#xA0;dem Genuss&#xA0;begeisterten Anwesenden Tee-Profis. Nat&#xFC;rlich gefiel mir der Tenka-Ichi aus Bern besonders gut! Sanft, elegant, s&#xFC;ss, salzig und ein nachhaltiges fesselndes Bleiben im Mund.&#xA0;Ein ausgezeichneter Mainstream-Gyokuro - ein Gyokuro, den jeder nie &#xFC;bersieht. F&#xFC;r mich war er ein wirkliches Meisterwerk in seiner Kategorie. Der Preis: 50g f&#xFC;r 70 Sfr!</p>
<p xmlns="">Wahrscheinlich existert &#xFC;berall das gleiche Problem: der Mainstream-Geschmack und der Geschmack eines individuellen Teemakers.&#xA0;Warum sollte man keinen Gyokuro produzieren, den jeder sofort erkennt und kauft? Warum will man einen Gyokuro produzieren, der anders und nur nach duftendem Fr&#xFC;hlingsblatt s&#xFC;ss und frisch schmeckt? Das ist wohl nicht nur ein individueller Stil, sondern eine Lebensentscheidung eines Handwerkers.</p></div></content></entry><entry><title>Heilen mit Tee, ein Buch</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/klatsch-am-teetisch/heilen-mit-tee-ein-buch.html"/><id>http://tee.kaywa.com/klatsch-am-teetisch/heilen-mit-tee-ein-buch.html</id><published>2008-05-05T09:18:51Z</published><updated>2008-05-05T09:18:51Z</updated><summary>
Als ich in letzter Woche das Buch zur Hand bekam, war ich richtig stutzig!
Einerseits finde ich super, das Buch wieder...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p xmlns=""><img title="Buch Heilen mit chi. Tee" alt="Buch Heilen mit chi. Tee" src="http://tee.kaywa.com/files/images/2008/5/mob563_1209979149.jpg" border="0"/></p>
<p xmlns="">Als ich in letzter Woche das Buch zur Hand bekam, war ich richtig stutzig!</p>
<p xmlns="">Einerseits finde ich super, das Buch wieder publiziert zu sehen; andererseits erschrak mich diese Abbildung auf der Titelseite richtig!!</p>
<p xmlns="">Was f&#xFC;r ein Verst&#xE4;ndnis hat der Verleger, Disigner und Autor von Teetrinker?</p>
<p xmlns="">Zum Gl&#xFC;ck bin ich nicht mehr an der Uni und Semiotik ist nicht mehr meine Spzialit&#xE4;t. Was h&#xE4;tte Roland Barthes dazu sagen wollen? Wieder ein Mythos im Alltag!</p>
<p xmlns="">Zuerst war ich sutzig und dann nur Schmerzen sp&#xFC;re ich. Teetrinker geh&#xF6;ren zur gewissen Exoten in Deutschland. Entweder wird Tee als geheimnisvoll vermarktet oder als Wellness-Werkzeug. Der Teetrinker werden h&#xE4;ufig als Austseiger oder als Esoteriker abgebildet - wie hier. Leider kenne ich selten solche Typen und ich selbst bin ganz bodenst&#xE4;ndig.</p>
<p xmlns="">Warum sind wir als Teetrinker &#xFC;ber solche "Unterstellung" und "Kategorisierung" nicht w&#xFC;tend?</p>
<p xmlns="">Das Buch finde ich trotzdem lesenswert. Der inzwischen verstorbene&#xA0;QiGong Meister Wu Runjin&#xA0;vermittelt uns ein interessantes Aspekt zum Tee, anders als nur Wellness- und Vitaminen-Verst&#xE4;ndnis.</p>
<p xmlns=""><a href="http://www.windpferd.de/lshop,showdetail,,d,0,,978-3-89385-559-9,,,.htm" target="_blank">Heilen mit Tee</a></p>
<p xmlns="">Wu Runjin und Dr. Erika Alice Haase</p>
<p xmlns="">Windpferd Verlag</p>
<p xmlns="">Neu&#xA0;erschienen im M&#xE4;rz 2008, 14,9 &#x20AC;</p></div></content></entry><entry><title>Ein sehr guter Fr&#xFC;hlingstee</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/wie-gesund-ist-tee/ein-sehr-guter-fruehlingstee.html"/><id>http://tee.kaywa.com/wie-gesund-ist-tee/ein-sehr-guter-fruehlingstee.html</id><published>2008-05-05T08:40:29Z</published><updated>2008-05-05T08:40:29Z</updated><summary>
Liebe Meng-Lin Chou,
.....
Mir brennen zwei Fragen auf den Lippen, die ich selbst nicht so recht beantworten kann. Ich bin...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><blockquote xmlns="" dir="ltr" style="margin-right: 0px">
<p class="MsoNormal">Liebe Meng-Lin Chou,</p>
.....
<p>Mir brennen zwei Fragen auf den Lippen, die ich selbst nicht so recht beantworten kann. Ich bin mir sicher, Sie k&#xF6;nnen mir bestimmt helfen. Sie schreiben, im Fr&#xFC;hling ist es sinnvoll Bl&#xFC;tentee, wie Jasmin und Osmanthus Oolong zu trinken, um das Yin, also die K&#xE4;lte vom Winter rauszulassen und das Yang zu st&#xE4;rken.</p>
<p>Was verstehe ich genau unter Jasmintee und Osmanthus Oolong?</p>
<p>Oft wird als Jasmintee gr&#xFC;ner Tee verkauft, welcher Jasminbl&#xFC;ten f&#xFC;r den Aromatisierungsprozess gesehen hat, aber keine Jasminbl&#xFC;ten mehr aufweist. Versteht man daher richtigen Jasmintee nur als reinen Bl&#xFC;tentee?</p>
<p>Wie ist das mit Osmanthus Oolong? Was ist der Unterschied zwischen einem Osmanthus Oolong und einem &#x201E;normalen&#x201C; Oolong, der f&#xFC;r den Herbst empfohlen wird?</p>
....
<p>Welche Tee sind noch sehr gute Fr&#xFC;hlingstees?</p>
<p>Viele liebe Gr&#xFC;&#xDF;e aus London.</p>
<p>J.</p>
</blockquote>
<p xmlns="" dir="ltr">Sp&#xE4;testen ab der Ming-Dynastie (1368-1644) wurde die Herstellung und das Mischen zwischen Bl&#xFC;ten und Tee (Camelia Sinesiss) dokumentiert. Tee nimmt gerne fremden Geruch an und der fremde blumige Geruch&#xA0;verleiht den Tee eine andere interessante Nuance. Energetisch wird es h&#xE4;ufig in der chinesischen Medizin erkl&#xE4;rt, dass Blumentee oft anti-depressive,&#xA0;beruhigend und&#xA0;harmonisierend wirkt. Nat&#xFC;rlich wirken jede Sorte&#xA0;anders:</p>
<p xmlns="">Jasminbl&#xFC;te:&#xA0;</p>
<p xmlns="">Geschmack: scharf, w&#xE4;rmend, lieblich und leicht bitter - chinesische Medizin spricht immer zuerst &#xFC;ber den Geschmack des Kr&#xE4;uters und dann aus diesem Standpunkt seine Wirkung. Geschm&#xE4;cke wirken&#xA0;heilend.&#xA0;</p>
<p xmlns="">Wirkung: Leber-Feuer sedierend (wer h&#xE4;ufig Wut-Anfall hat...), Qi-bewegend (emotionale Blockade) und Schmerzlindern, Schlaff&#xF6;rdernd and Gem&#xFC;t-ausgleichend. - den Tee k&#xF6;nnten alle gebrauchen.</p>
<p xmlns="">Osmanthusbl&#xFC;te</p>
<p xmlns="">Geschmack: lieblich, w&#xE4;rmend, leicht scharf.</p>
<p xmlns="">Wirkung: w&#xE4;rmend und schleiml&#xF6;send. Die Wirkung zieht gezielt auf Lunge Bereich - im Herbst besonders g&#xFC;nstig. Im trockenen Klima wirkt ein Tee mit Osmanthusbl&#xFC;te befeuchtend im Atemweg.</p>
<p xmlns="">Nat&#xFC;rlich k&#xF6;nnte man einen reinen Aufguss nur mit Bl&#xFC;ten machen - das wird ja im Europa bereits seit Jahrhunderten praktiziert. Eine Mischung zwischen Tee und Bl&#xFC;te sollte au&#xDF;er der eigenen Wirkung der Bl&#xFC;ten noch verst&#xE4;rkend wirken. Eine Mischung zwischen&#xA0;gr&#xFC;nen Tee und Jasminbl&#xFC;te hat eine harmonisierende Effekt, weil der gr&#xFC;ne Tee (Yin) und der Jasminbl&#xFC;te (Yang) ziemlich gut ausgleicht. Es wirkt auf das Gem&#xFC;t entspannend, aber geistig kl&#xE4;rend. Es gibt verschiedene Sorte von gr&#xFC;nem Tee. Wichtig dabei ist, dass der Tee richtig hergestellt ist und von einer guten Qualit&#xE4;t.</p>
<p xmlns="">Ein Osmanthus-Oolong ist ein Oolong mit Osmanthusbl&#xFC;te,&#xA0;dessen Produktion&#xA0;eigentlich erst im Herbst erh&#xE4;ltlich ist. Aber heute wird dieser Oolong mit Parf&#xFC;m gemacht - dar&#xFC;ber habe ich bereits viel mit meinen Klienten heftig diskutiert. Ein nat&#xFC;rlich hergestellter Oolong ist im Westen gar nicht bekannt und l&#xE4;sst sich wohl kaum verkaufen... So ein Osmanthus-Oolong wird gerne in Taiwan im&#xA0;Herbst getrunken.&#xA0;Er befeuchtet die Lunge (wer ist Kettenraucher oder leidet unter Asthma?) und st&#xE4;rkt Milz (Verdauung). Das ist ein sch&#xF6;ner Herbsttee. Selbstverst&#xE4;ndlich ist er nicht der einzige Oolong, der im Herbst zu emfpehlen ist.&#xA0;&#xA0;</p>
<p xmlns="">Ein guter Fr&#xFC;hlingstee? Im Moment bin ich verliebt in Anji Baipian. Alle Besucher von mir werden mit Anji Baipian bombadiert. Ob sie alle diesen Tee so gerne haben, weiss ich nicht so genau. Aber seine leicht Neroli und Zitrus-Duft und seinen feinen geschmeidigen&#xA0;Aufguss vertreibt meine Fr&#xFC;hlingsm&#xFC;digkeit. Diesen Tee trinke ich gerne nachmittags.&#xA0;Morgen starte ich wie gew&#xF6;hnt mit meinem Dianhong oder Hongyu (Schwarztee - w&#xE4;rmend und aufbauernd).&#xA0;Das Fr&#xFC;hlingsgef&#xFC;hl lerne ich erst hier im Europa kenne, auch das wechselhafte am Wetter und an Gem&#xFC;t. In einem Sub-Tropischen Insel ist der Fr&#xFC;hling selten aufzusp&#xFC;ren.</p></div></content></entry><entry><title>Der eiskalte Oriental Beauty - Tee im heissen Tag II</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/formosa-oolong-tea-/der-eiskalte-oriental-beauty.html"/><id>http://tee.kaywa.com/formosa-oolong-tea-/der-eiskalte-oriental-beauty.html</id><published>2008-05-02T20:25:26Z</published><updated>2008-05-02T20:25:26Z</updated><summary>Im Sommer 1904 erlebte man auf dem Expo&#xA0;in St. Louis die unertr&#xE4;gliche Hitze einnes Rekordsommer.&#xA0;Der Teestand,...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p xmlns="">Im Sommer 1904 erlebte man auf dem Expo&#xA0;in St. Louis die unertr&#xE4;gliche Hitze einnes Rekordsommer.&#xA0;Der Teestand, dessen Aufgabe Amerikaner vom Gr&#xFC;ntee zum Schwarztee verf&#xFC;hren sollte, konnte kaum Publikum zum heissen Schwarztee &#xFC;berzeugen. Richard Blechynden musste dringend eine Idee finden, um seine Mission zu retten. Er sch&#xFC;ttelte Eis in den heissen Tee, der sekundeschnell gek&#xFC;hlt wurde und sofort rege Zulauf fand. Das war der Anfang des Eistee.</p>
<p xmlns="">1980 war der Verbrauch vom Eistee mind. dreifach h&#xF6;her als der heisse Tee. Lu Yu h&#xE4;tte wohl nie gedacht, als er Cha Jing schrieb. Er h&#xE4;tte nie gedacht, dass man aus dem heissen Zaubertrank zum kalten&#xA0;Durstl&#xF6;scher revolutionieren w&#xFC;rde.&#xA0;Er h&#xE4;tte nie gedacht, dass diese Verwandlung ein riesen Bussiness versprechen k&#xF6;nnte!</p>
<p xmlns="">F&#xFC;r einen&#xA0;Fossil-Chinese ist der Genuss mit eiskalten Dingen immer mit Vorsicht geboten. Aber in der modernen Zeit ist der eiskalte Genuss ein Versprechen von Frischen und Fortschritte.</p>
<p xmlns="">In Taiwan wird Tee im heissen feuchten Sommer auch gerne kalt getrunken. Unser Rezept w&#xE4;re: 2 Liter Wasser im Zimmertemperatur und 30g Oolongtee mischen. Direkt in den K&#xFC;hlschrank 6 Stunde ziehen lassen. Die Teebl&#xE4;tter werden danach gefiltert. Der fertige Tee k&#xF6;nnte man f&#xFC;r 3 Tage im K&#xFC;hlschrank aufbewahren.</p>
<p xmlns="">Mein Lehrer in Taipei hat am liebsten den eiskalten Oriental Beauty im unertr&#xE4;glichen Taipei-Sommer. Die honig Note und feine fruchtige Nuance vertreiben die nervigen Hitze und Plage sofort aus dem Kopf. Was bleibt, ist der k&#xF6;nigliche Genuss wie die einstige Viktoria!</p>
<p xmlns="">Wenn man gerne das Volkssport im Mitteleuropa treibt, k&#xF6;nnte man den Eistee im Eisfach k&#xFC;hlen lassen. Vor der Abreise zum&#xA0;Wandern&#xA0;wickelt man ein Tuch&#xA0;um die Plastik-Flasche. Bei der Wanderung taucht der langsam auf und das inzwischen eiskalte Tuch gleicht den Genuss von&#xA0;Osibori (ein Tuch f&#xFC;r Kunde um sich zu erfrischen, meistens eiskalt oder heiss)&#xA0;in einem richtigen japanischen Restaurant!</p>
<p xmlns="">Nat&#xFC;rlich k&#xF6;nnte man den k&#xF6;niglichen Genuss bis ins Details nachmachen. <a href="http://tee.kaywa.com/die-weltgeschichte-des-tees/post.html" target="_blank">Zucker im Tee</a> war die Machtdemonstration der einstigen Zeit. Das goldwerte Zucker und der rare Tee aus China pr&#xE4;sentierte eine Mischung von dem&#xA0;au&#xDF;erirdischen Genuss und <a href="http://tee.kaywa.com/die-weltgeschichte-des-tees/index.html/&amp;page=1" target="_blank">der Sehnsucht nach Paradies</a>. Heute ist jeder der K&#xF6;nig in eigenem Schloss und der k&#xF6;nigliche Genuss ist heute richtig volksnah!</p></div></content></entry><entry><title>Tee f&#xFC;r die heissen Tagen I</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/klatsch-am-teetisch/tee-fuer-die-heissen-tagen.html"/><id>http://tee.kaywa.com/klatsch-am-teetisch/tee-fuer-die-heissen-tagen.html</id><published>2008-04-30T08:09:44Z</published><updated>2008-04-30T08:09:44Z</updated><summary>Auf den Weg nach Nyon rief mich J&#xFC;rg an, der gerade etwas f&#xFC;r seine Tee-Online-Magazin plant. Gegen die verbreiteten...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p xmlns="">Auf den Weg nach Nyon rief mich <a href="http://www.teesalon.com/sdt/pub/index.faces" target="_blank">J&#xFC;rg</a> an, der gerade etwas f&#xFC;r seine Tee-Online-Magazin plant. Gegen die verbreiteten Vorurteile, Tee nur als Wintergetr&#xE4;nke gegen Schiefwetter gesehen wird, m&#xF6;chte er etwas dagegen kontern. Er bat mir einen Text zu schreiben, aber nicht zu lang. Einen langen Text, meint er, liest heute niemand mehr.</p>
<p xmlns="">Einen kurzen Text zu schreiben k&#xF6;nnte ich gut, aber nicht um Leser zu gewinnen. Gestern&#xA0;bat mein Klient mich seine Mitarbeiter zu schulen, sie zum Tee-Begeisterten zu verwandeln. Aber ich habe nur zwei Stunden Zeit. Was k&#xF6;nnte man denn aus den zwei Stunde machen? Wenn der Klient nur&#xA0;so viel erwartet, dann gebe ich auch so viel, nicht mehr.</p>
<p xmlns="">Dass man hier im Blog immer mit einem langen Text konfrontiert ist, schreckt wohl viele Leser ab. Mir geht es eigentlich nicht an, wie viele Leser hier verweilen. Meine Arbeit definiert sich nicht &#xFC;ber die Besucherzahl, sondern &#xFC;ber meine fachfr&#xE4;uliche Information und Wissen. Es macht mir viel mehr Gedanke, Leser mit meinen unklaren Information oder Sprache zu verwirren als die absteigende Besucherzahl. Wenn Menschen sich nicht mehr bem&#xFC;hen, Zeit und Energie zu nehmen etwas zu pflegen, was ihnen wichtig ist, bekommen sie eben das, was bekommt werden&#xA0;k&#xF6;nnen - mehr nicht. Ich bin durchaus zufrieden mit der t&#xE4;glich &#xFC;ber 1000 Besucherzahl, die mir zwar Freude bereitet, aber mir auch l&#xE4;stig wird, eine Verantwortung f&#xFC;r meinen Text zu &#xFC;bernehmen. Meine Aufgabe ist nicht Menschen zu helfen &#xFC;ber Tee zu informieren. Ich mache das Schreiben einfach gerne. Menschen helfen sich schon selbst, wenn sie geholfen werden wollen. Sie finden auch das, was sie suchen, wenn sie suchen.</p>
<p xmlns="">Also, nun mache ich mir Gedanke, was man Tee unter Getr&#xE4;nke f&#xFC;r die heissen Tagen versteht. Tee ist weder heiss noch kalt. Ach, die armen Menschen suchen immer das, was sie besch&#xE4;ftigen sollen und womit sie festhalten k&#xF6;nnen - aber nur m&#xF6;glichst mit wenigster Aufwand!</p></div></content></entry><entry><title>So wach wie ein Frosch</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/der-teeweg/so-wach-wie-ein-frosch.html"/><id>http://tee.kaywa.com/der-teeweg/so-wach-wie-ein-frosch.html</id><published>2008-04-29T20:09:39Z</published><updated>2008-04-29T20:09:39Z</updated><summary>Auf das Wiedersehen mit Nojiri Sensei war ich nicht besonders scharf. Bevor ich nach Nyon fuhr war ich nerv&#xF6;s, unsicher...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p xmlns="">Auf das Wiedersehen mit <a href="http://www.urasenkeuk.btinternet.co.uk/EUsite/italy.html" target="_blank">Nojiri Sensei</a> war ich nicht besonders scharf. Bevor ich nach Nyon fuhr war ich nerv&#xF6;s, unsicher und volles schlechten Gewissen. Mein sp&#xE4;rliches und vernachl&#xE4;ssiges Praxis wird mich verraten und was sollte ich ihr denn von meinem Verschwinden&#xA0;erkl&#xE4;ren?</p>
<p xmlns="">Als wir uns zuf&#xE4;llig zu zweit beim Eingang&#xA0;begegneten, fragte sie mich nur, "How are you?" Ich sagte, fein. "Really?" Sie beobachtete mich mit ihren starken Augen. Sie leidet inzwischen unter schlimmen Heuschnupfen.</p>
<p xmlns="">Nojiri Sensei hat zwei besondere Begabungen.</p>
<p xmlns="">1. Begabung:&#xA0;sie kann ihre Sch&#xFC;ler sehr gut imitieren. Sie imitiert unsere schlechte Haltung oder nerv&#xF6;se Fehler und bringt allen zum lachen.&#xA0;Gestern morgen&#xA0;fragte sie uns, was eigentlich die richtige Haltung von Tee sei. Wie k&#xF6;nnten wir denn das richtige K&#xF6;rpergef&#xFC;hl in uns wieder finden? Dann imitierte sie ein Frosch. Sensei (jap. Lehrer) behauptet die richtige Haltung des Tees ist die Haltung eines Frosches. Ein Frosch bewegt sich nicht, verliert sich nicht. Er sah wie verschlafen aus, schnappt jedes Insekten blitzschnell. Wach und unbeirrt sollte die Haltung des Teepraxis sein.</p>
<p xmlns="">In jedem&#xA0;Morgen &#xFC;ben wir, wie wir zum eigenen K&#xF6;rper zur&#xFC;ckkommen und wo ist der Punkt, der uns unbeweglich macht und&#xA0;der uns Souver&#xE4;nit&#xE4;t vermittelt. Aus diesem Punkt sollten wir Tee f&#xFC;r anderen Menschen zubereiten. Wenn der Gastgeber souver&#xE4;n ist, k&#xF6;nnte er auf andere Menschen eingehen und eine Atmosph&#xE4;re kreieren. Jedesmal wenn dieser Punkt wieder in mich zur&#xFC;ckkommt, weiss ich den Grund, warum ich noch da bin und Tee praktiziere.</p>
<p xmlns="">2. Begabung: diese zierliche unscheinbare Frau strahlt eine unbegrenzte und unendliche Pr&#xE4;senz, die sich durch ihre Stimme und starke Augen manifestiert. Ihr wacher Geist bringt die Komplizierten Sch&#xFC;ler aus ihrem Konzept und l&#xE4;sst sie entbl&#xF6;sen. Eigentlich ist es die beste &#xDC;bung unter ihrer starken Pr&#xE4;senz, sich nicht von ihr&#xA0;aus der Ruhe zu bringen. Das ist leicht gesagt als getan.</p>
<p xmlns="">Sie fragte mich am ersten Tag, was ich ihr gerne pr&#xE4;sentieren wollte. Ursucha oder Koicha. O.K. Koicha im Ro (Erdofen - Winterstellung), das kann ich schon und mache es auch richtig gerne. Zu nerv&#xF6;s werde ich wohl nicht. Sie h&#xF6;rte von Koicha und fragte, welche Zubreitungsart? Nat&#xFC;rlich wollte ich die einfachste nummer und sie die komplizierste. Ich liess mich nicht beirren. Dann fing die H&#xF6;lle los.</p>
<p xmlns="">"Do you know, what you have to take now!!??"; "What do you do??!!"; "Where are you? You lost your center!! You should never lose your center!!! HMMM!!!"</p>
<p xmlns="">"This is not Koicha! This is Ursucha!" Sie sass nicht gerade neben mir, woher sollte sie denn wissen, ob mein Tee zu d&#xFC;nn war? "HOW DO YOU KNOW THAT?" Alle lachten, weil ich ihr widersprach. "I see everything!" Mein Koicha war tats&#xE4;chlich zu d&#xFC;nn, aber woher sah sie es?</p>
<p xmlns="">"I told you to do the complicated one, but you prefer the simple one!" sie schaute mich mit ihren starken Augen. Sie vergass es nicht und hing es an die gro&#xDF;e Glocke. Am n&#xE4;chsten Tag musste ich nat&#xFC;rlich den Befehl ausf&#xFC;hren und ein harter Tag fing richtig an. Fast zu jeder Temae (Teezubreitung) wurde ich aufgerufen mitzuarbeiten. Als Strafe oder Privileg kann man es nicht so leicht definieren. Ich war am Abend richtig erledigt. Erledigt war auch mein W&#xFC;nsch baldm&#xF6;glichst wieder dabei zu sein.</p>
<p xmlns="">Sp&#xE4;ter kam Miya zu mir. Sensei habe gesagt, dass sie sich &#xFC;ber meine Fortsetzung des Unterrichten erfreut habe.&#xA0; Dies erz&#xE4;hlte sie mir pers&#xF6;nlich nicht. Das sollte ich von anderen indirekt erfahren und meinen eigenen Weg f&#xFC;r mich selbst praktizieren, nicht f&#xFC;r sie.</p>
<p xmlns="">Nun komme ich mit einem strapazierten K&#xF6;rper in Z&#xFC;rich an und hatte noch zwei tolle Begegnungen mit zwei Klienten in Bern. Ein Klient sagte mir, dass er&#xA0;noch weitere 20 Stunde mit mir h&#xE4;tte reden wollen. Das war die Energie von Nojiri-Sensei und Tee. Mein K&#xF6;rper ist m&#xFC;de und hat Schmerzen, aber der Geist ist&#xA0;klar und zufrieden. Ich h&#xF6;re immer noch, wie sie "schrie": "Your ears should be always over your shoulder!"</p>
<p xmlns="">An ihre Seminars k&#xF6;nnte man in Br&#xFC;ssel, M&#xFC;nchen (St. Ottilien), Bern, Nyon oder Rom teilnehmen. Details k&#xF6;nnte man unter <a href="http://www.urasenkeuk.btinternet.co.uk/EUsite/seminars.html#belgium" target="_blank">diese Seite</a> bei zust&#xE4;ndigen Organisationen anfragen.</p></div></content></entry><entry><title>Auf den Weg nach Nyon</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/der-teeweg/auf-den-weg-nach-nyon-mein-irrweg.html"/><id>http://tee.kaywa.com/der-teeweg/auf-den-weg-nach-nyon-mein-irrweg.html</id><published>2008-04-29T19:23:48Z</published><updated>2008-04-29T19:23:48Z</updated><summary>Wege sind Orten der Begegnung und Kreuzungen sind Anfang der Irrwege. Manche treffen sich aus verschiedenen Wege an der...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p xmlns="">Wege sind Orten der Begegnung und Kreuzungen sind Anfang der Irrwege. Manche treffen sich aus verschiedenen Wege an der Kreuzung, mache eilen weiter in die&#xA0;eigene Richtungen, mache geraten deswegen in die Irrwege.</p>
<p xmlns="">Wir sind erzogen auf den richtigen Weg zu gehen. Wir haben erst die M&#xF6;glichkeit uns zu erlauben, sich zu irren, wenn wir zu einem fremden Ort aufbrechen - das Aufbrechen aus dem Gew&#xF6;hnlichen. Unter den Fremden d&#xFC;rfen wir in die Irrwege verlaufen. Kinder geraten auch gerne in Irrwege. Denn Sie ihre Welt als das noch Unbekannte voller Fremdheit und Faszination wahrnehmen.</p>
<p xmlns="">Ich war als Kind mindestens zwei Male vermisst, aber nicht auf den Irrweg. Es war Wege der Sehns&#xFC;chte. Es war Wege der M&#xF6;glichkeiten, sich aus dem von Eltern bestimmten Realit&#xE4;t zu befreien, in die Ungewissheit der Anziehungskraft. Das erste Mal, vermisst zu sein, war meine j&#xFC;ngste Tante schuld. Sie war zu jung und zu unerfahren. Pl&#xF6;tzlich befand ich mich unter Fremden an einem Strassenrand. In der Erinnerung fragte ein &#xE4;lterer Herr mich nach meiner Adresse und meiner Eltern. Ich hatte keinen Grund zu weinen und sagte den auswendig gelernten Text. Er kannte diese Adresse. Er kaufte mir ein Eis. W&#xE4;hrend ich Eis ass, tauchte mein Gro&#xDF;onkel auf, der mit Velo in der Rettungsaktion des Clans ganz nerv&#xF6;s rund fuhr. Zum zweiten Mal war mein Gro&#xDF;vater schuld. Er sollte mit mir kurz in den Tempel gehen und etwas holen. Er genoss in dieser Pause seine Zigerette, die er zu Hause nicht mehr sichtbar geniessen konnte. Er kaufte mir ein Ball und sass im Genuss am Ecke. Ich spielte den Ball, warf ihm weg und folgte ihn. Das gleiche wiederholte sich bis der Ball auf einmal in den Fluss verschwand. Ich weinte ganz laut. Die Erwachsenen versammelten sich und wollte mir helfen, nach Hause zu bringen. Ich schrie nur in die Richtung des Balls, aber sie verstand es nicht. Ich verriet meine Adresse nicht und schrie so lang, bis mein Vater mich fand. Er war verzweifelt. Er sagte, er habe mich sogar lokalisieren k&#xF6;nnen wegen meinem unertr&#xE4;glichen Schrei.</p>
<p xmlns="">Auf den Weg nach Nyon dachte ich immer wieder an meinen Irrweg im Erwachsensein.</p>
<p xmlns="">Als ich 1999 den Einladungsbrief von einem br&#xFC;sseler Teeseminar mit Nojiri-Sensei (jap. Lehrer) &#xFC;ber Detlef zur Hand bekam, wu&#xDF;te ich noch gar nicht, worauf ich mich einliess. Eine Schale Tee ver&#xE4;ndert mein Leben - komplett. Den Weg der Ver&#xE4;nderung machte man mir allerdings nicht einfach. Ich sah wie manche im Unterricht zum Weinen gebracht wurden, wie die Sensei mit immer lauteren Stimmung Handlungen korrigierte. Mich schickte sie in einem Nebenkammer und ich durfte nur das Erlaubte St&#xFC;ck f&#xFC;r St&#xFC;ck lernen. Heute verstehe ich mit Dankbarkeit den Grund. Damals war es wie eine Schikane. Die Schikane erschrak mich nicht, weil ich einer fremden Anziehungskraft folgte. Ich wollte&#xA0;sie weiter folgen und machte meine Entscheidung&#xA0;nicht von anderen Menschen abh&#xE4;ngig.</p>
<p xmlns="">Au&#xDF;erdem warnte Detlef mir bereits an der Wegkreuzng.&#xA0;Klar und unbeirrend sagte er mir:</p>
<p xmlns="">Deine Knieschmerzen ist Deine Schmerzen. Dein Zweifel ist Dein Problem. Dein Weg ist Deins.</p>
<p xmlns="">Gestern abends konnte ich meine Beine kaum noch ber&#xFC;hren. Es war wieder sehr hart. Mich hat die Sensei richtig genommen und richtig geknetet. Der innere Zweifel &#xFC;berkam mich, ich fragte mich, weshalb kam ich hier her. Auch inzwischen kenne ich den Zweifel gut, er kommt und geht. Die W&#xF6;rter Detlef vergesse ich nicht. Meine Schmerzen ist meins. Es geht um mich, um meinen Weg und meine Sehns&#xFC;chte. Seine W&#xF6;rter helfen den Unentschlossenen rechtzeitig auf den richtigen Weg zur&#xFC;ckzukehren, w&#xE4;hrend die Entschlossenen entillusioniert weiter gehen k&#xF6;nnen.</p>
<p xmlns="">Auf diesen Weg der Sehns&#xFC;chte treffe ich die Menschen, die mir den Weg nicht immer "erleichtern". Jeder an dieser Wegkreuzung tr&#xE4;gt seine eigene Geschichte und auch Belastung mit. Wir praktizieren zusammen den Teeweg und es entwickelt eine Verbundenheit, die weder aus Zuneigung noch Abneigung entsteht. Eine Freiheit, die erst anf&#xE4;ngt, wenn man Menschen nicht mehr m&#xF6;gen "will", nur so wie sie sind, akzeptiert. Sie sind einfach da, wenn ich meine Augen &#xF6;ffne.</p></div></content></entry><entry><title>Eine Begegnung mit Raku</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://tee.kaywa.com/der-teeweg/eine-begegnung-mit-raku.html"/><id>http://tee.kaywa.com/der-teeweg/eine-begegnung-mit-raku.html</id><published>2008-04-28T17:25:28Z</published><updated>2008-04-28T17:25:28Z</updated><summary>Eingang von Raku Familie in Kyoto
Detlef war bitter enttaeuscht, dass ich seinen Auftrag&#xA0;eines Raku-Chawans vergass. Er...</summary><author><name>Meng-Lin Chou</name></author><contributor><name>Meng-Lin Chou</name></contributor><content type="xhtml" xml:lang="de"><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p xmlns=""><img title="Raku Haus" alt="Raku Haus" src="http://tee.kaywa.com/files/images/2008/4/mob561_1209403903.jpg" border="0"/>Eingang von Raku Familie in Kyoto</p>
<p xmlns="">Detlef war bitter enttaeuscht, dass ich seinen Auftrag&#xA0;eines Raku-Chawans vergass. Er sagte mir gleich im Telefon, dass ich nicht nach Bodman kommen musste. Teetreffen sagte er ab. Ich war zu tiefst betroffen und bat ihm mehrmals um Verzeihung. Ich will unbedingt wieder nach Bodman, nachdem ich realisiserte, wie privilegiert es ist, dort Tee zu ueben. Ein richtiges Ofen in der Erde, ein richtig nach Mass eingerichteter Teeraum und unzaehlige kostbare Teatoys machen den Tee in Bodman zum Privileg in Europa. Ich bat ihm so lang um Verzeihung bis er mir einen Termin nannte. Beim Vergebungstee bereitete er mir eine Schale Koicha mit der ersehnten Raku-Schale. Ich war uebergluecklich.</p>
<p xmlns="">In Nyon-Seminar mit Nojiri Sensei&#xA0;wurde ein Film ueber <a href="http://www.raku-yaki.or.jp/index-j.html" target="_self">Raku</a> gezeigt -&#xA0;seine Herkunft und seine Essenz. Zum ersten Mal bin ich mit dieser einzigartigen Geschichte konfrontiert und weiss ehrlich gesagt nicht, wie ich diese Geschichte erz&#xE4;hlen sollte.</p>
<p xmlns=""><img title="Raku 15.Generation" alt="Raku 15.Generation" src="http://tee.kaywa.com/files/images/2008/4/mob562_1209404525.jpg" border="0"/>Das Werk von Kichzaemon 15. Generation von Raku-Familie.</p>
<p xmlns="">Diese Teeschale erinnert uns wohl nicht gleich an die herkoemmliche Teeschale, sondern an die moderne Kunst. Das Bild verraet uns die Zuneigung des Meister in der 15. Generation von Raku (Ofen des Freudes). Er studierte Skruptur an der Kunstakademie Tokyo und hatte lange Haare als ein Zwangzigj&#xE4;hriger.</p>
<blockquote xmlns="">
<p>Er sagte, dass das akademische Zertifikat keinen Artist macht und wollte sein Studium abbrechen. Er ging nach Rom und besuchte mich oft. Ich schimpfte ihn, dass er das fertigmachen sollte, was er angefangen hat. Sein Vater war sehr besorgt. Sein Sohn wollte mit der Tradition nichts zu tun haben.</p>
</blockquote>
<p xmlns="">Das erzeahlte uns Nojiri Sensei, die in Rom Kunstgeschichte studierte und dort als Teelehrin von der Urasenke blieb. Wie hat der junge Raku-Sohn sich doch fuer den Rueckkehr entschieden? Diese Wende hat der heute bereits &#xE4;lternde Mann im Film nicht bestont, er sagte lediglich, dass er unter den Fremden seine Wurzel wiederfand.</p>
<blockquote xmlns="">
<p>Er wollte nichts mit Tee anfangen und noch weniger mit Zen. Ich schimpfte ihn oft, dass ein Toepfer in seiner Klasse Tee machen muss, um richtige Teeschale zu kreieren. Irgendwann fing er in Rom an, sich fue Tee zu interessieren. Sogar fuer Zen. Er fragte mich, ob er mich zum Zazen begeliten durfte. Sein Vater war richtig erstaunt.</p>
</blockquote>
<p xmlns="">Wie wurde eigentlich ein Raku-Meister ausgebildet? Ist der Vater sehr streng in der Erziehung, um den Sohn zu unterrichten?</p>
<p xmlns="">Der einzige Tag, wo Vater und Sohn gemeinsam schaffen, ist ritualisiert. Es ist und war immer zum Neujahr. Einmal im Jahr treffen Vater und Sohn zum Toepfern-Lernen. Er machte eine Schale und seine Soehne ihre. Der Vater unterrichtet im Rest der Jahreszeit dem Sohn nichts, wie er seine Teeschale kreiert und glasiert. Jede Generation muss ihren eigenen Weg finden, die Farbe ihres Lebens bestimmen. So sahen wir im Film,&#xA0;wie die Steinen im Bergen von Kyoto gemahlen wurde, um die Farbe fuer die schwarze Farbe der Raku-Schale zu gewinnen. Wir sahen, wie der Rakumeister seine Schale Farbe und Leben verleiht, waehrend seine Frau die Farbe ruehrt. Sie ruehrt seine Farbe und er gab seine Farbe an die Teeschale. Eine ausgesprochene und unbeschreibbare Ramantik strahlte in diese Sequenzen. Diese Arbeit wurde vor 400 Jahren so&#xA0;abgesprochen und bis heute ohne Ausnahme.</p>
<p xmlns="">Er hielt eine rote Raku-Schale in der Hand. Er lachte und strahlte. Jede Teeschale muss in jeder Hand so harmonisch liegen, rund und kraftvoll. Er erzeahlte, dass es ihm am Herzen liegt, wie eine Schale seinen Herrn dient. "Diese Schale ist von einer unschaetzbaren Kraft. Eine Schale in der Hand kann Menschen beeinfluessen. Diese Schale hat mich veraendert." Er probierte ungefertige Teeschale, wie sie an dem Mund anschmeichelte, wie sie auf dem Tisch lag, wie sie in der Hand aussah. Seine Augen schauten&#xA0;durch die Teeschale durch und richteten sich an einem weiten Punkt... Stets an den Herrn der Schale zu denken ist das wichtigste. Nicht nur die Aesthetik, sondern das Praktische und das Emotionale zwischen den Haenden m&#xFC;ssen beruecksichtigt werden.</p>
<p xmlns="">Das erinnerte mich an dem Besuch vor einer&#xA0;Woche&#xA0;in Karlsruhe bei J. Wir schauten zusammen die Teeschale an, die er beauftragte. Wunderschoen und aesthetisch waren sie. Ich war beeindruckt von dem Ausdruck und Starke.&#xA0;Aber die Toefper machen keinen Tee und trinken wohl auch keinen Tee. Das manifestiert sich durch die Teeschale.&#xA0;Eine richtige&#xA0;Gr&#xF6;&#xDF;eangabe macht eine Teeschale nicht zu Chawan, sondern die Seele des Machers. Das ist wohl das Geheimnis von Raku-Familie. Sie brennen die Schale mit ihrer Seele mit.</p>
<p xmlns="">Wie ist nun der Sohn von der 15. Generation? Ist er gut geh&#xFC;tet vor der Globalisierung?</p>
<blockquote xmlns="">
<p>"Vor zwei Jahren sah er aus wie ein Punk."</p>
Sagte Nojiri Seinsei</blockquote>
<p xmlns="">Jede Generation muss seinen eigenen Weg finden. Die Tradition koennte eine Seele ersticken, koennte auch belebt werden, durch das Bewusstsein einer&#xA0;unabhaengigen Seele, die vielleicht auf den "Irrweg" (vielleicht Wege der Sehnsuechte) war oder unter den Fremden lebte.</p>
<p xmlns="">In diesem Film erfuhren wir, wie die Tradition insistiert wird und wie die Arbeit des Rakumeister von der 15. Generation gewuerdigt wird. Die Momente der Schwaeche, das Gefuehl von Burn-Out und der wahrscheinlichen Drang abzubrechen wurden nicht angesprochen. Ich denke aber, dass&#xA0;Schattenseite und Glanz gleichzeitig existieren.&#xA0;Dass die Arbeit des Rakus fortgesetzt wird, zeigt die Kraft des Vertrauens eines Menschen, einer Familie und eines kunsthandwerks.</p>
<p xmlns="">Adresse von Raku Museum</p>
Aburanokoji Nakadachiuri Agaru Kyoto Japan 602-0923 TEL. +81 (0)75- 414-0304</div></content></entry></feed>
