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<wml xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head><meta http-equiv="Content-Type" content="text/vnd.wap.wml;charset=ISO-8859-1"/></head><card id="main" title="KAYWA"><p><big>Tee erleben - Teeblog</big><br/>Alles &#xFC;ber Tee<br/></p><p><small>23.5.2006,&#xA0;13:45</small><br/><b><a href="http://tee.kaywa.com/mobile/klatsch-am-teetisch/exotik-erotik-und-dann.html">Exotik, Erotik und dann?</a></b></p><p>[<a href="http://tee.kaywa.com/files/images/2006/5/30/mob173_1148660576.gif">bild</a>]
Der Teegarten in Monte Verita
<a href="http://tee.kaywa.com/mobile/exturl/http/www.coopzeitung.ch/index.cfm?Der%20Gr%C3%BCntee-Philosoph&#38;pub=1&#38;id=24838">Teegarten in Monte Verita</a>, ein ambitioniertes schweizer Projekt im eigenen Boden Tee herstellen zu wollen? Ein kleiner Fl&#xE4;che, wo Teepflanzen aus Japan eingef&#xFC;hrt wurden und hier ihre neue Heimat gefunden hat, kann als Mustergarten dienen, allerdings nur beschr&#xE4;nkte Produktion liefern. Drogist Peter Oppliger f&#xFC;hrte uns durch sein gro&#xDF;artiges Projekt.
Die G&#xE4;ste sehen zuerst zwei japanische Laternen vor dem Garten. Die Kodes deuten auf das Betreten des anderen fremden Reichs. Ein Holztor, das asiatisch aussieht, erg&#xE4;nzt wunderbar zu den Laternen. Selbst wenn die G&#xE4;ste die Teepflanzen noch nicht erkannt h&#xE4;tten, h&#xE4;tten sie verstanden, dass hier irgendetwas mit Asien zu tun hat. Durch die Treppen gehen wir hinauf. Pass gut auf, hier ist die ber&#xFC;hmte Steinlandschaft aus der Zen-Tradition! Wer unaufmerksam ist und nicht bei sich bleibt - z. B. wie ich - trete gleich ins "Meer" (Sand) der im Regen versunkenen Steinlandschaft. Neben der Steinlandschaft steht ein Holzpavillon, was als Warteraum der G&#xE4;ste zum Tee fungieren sollte.
Anschliessend besichtigten wir das Teehaus, das noch auf die Fertigstellung wartet. Darum suchte ich vergeblich nach Tokonoma (das Ort, wo der Gastgeber selbst mittels eine H&#xE4;ngerolle oder Blumen zum Anlass zur Sprache kommt) - &#xFC;berhaupt der wichtigste Platz im Teeraum und Warteraum! Anscheinend wird es sp&#xE4;ter nur 3 Tatami-Matten geben, wo die G&#xE4;ste wohl auf der Bank sitzen und zuschauen. Das Konzept verl&#xE4;uft nach dem Vorbild des Schauspiels. Der Gastgeber, der die Tee-Zubereitung als Performanz vor den G&#xE4;sten vorf&#xFC;hrt, ist nicht mehr der Gastgeber, sondern der Schauspieler. Diese Ph&#xE4;nomene k&#xF6;nnen wir &#xFC;berall in gro&#xDF;en St&#xE4;dten beobachten, wo Teezeremonie vorgef&#xFC;hrt wurde.
Anwesende Teeg&#xE4;ste bewunderten die sch&#xF6;ne Kimono, die zarte Bewegung und &#xFC;berhaupt die fremdartige anmutige japanische Sch&#xF6;nheit. Szenerie von der Usucha Zeremonie (d&#xFC;nner Tee) wurden vorgef&#xFC;hrt. Herr Oppliger erz&#xE4;hlte uns, dass man w&#xE4;hrend des Verlaufs schweigen muss. Das hilft wohl uns auf das Geschehen zu konzentrieren.
Meine Teelehrerin <a href="http://tee.kaywa.com/mobile/exturl/http/www.urasenkeeu.orbix.uk.net/italy.html">Nojiri Sensei</a> verlangte uns immer wieder, dass wir w&#xE4;hrend der Teezubereitung auf G&#xE4;ste eingehen und gleichzeitig auf den Tee konzentrieren m&#xFC;ssen. In einer Usucha Zeremonie, die dort Szeneweise aufgef&#xFC;hrt wurde, herrschte eine heitere Stimmung. G&#xE4;ste und Gastgeber unterhalten sich und lachen. Die Kunst besteht in dem offenen Geist des Teilnehmenden. Man unterh&#xE4;lt sich und zugleich konzentriert. G&#xE4;ste und Gastgeber vergessen nicht, was sie tun sollen und zugleich die Atmosph&#xE4;re zu genie&#xDF;en. Teezeremonie ist jenseits von Ernt und strengen Regel, sondern mitten im Leben!
Mich beeindruckt von der europ&#xE4;ischen Zuneigung zu Asien immer wieder. Chinoserie und Japonismus sind nach wie vor im Trend! Die postmoderne Entwicklung, in der man alle kulturellen Elemente zusammenmischt und die tats&#xE4;chliche Hybridit&#xE4;t als Legitimation des kulturellen Austauschs argumentiert, k&#xF6;nnte man bei New Age Bewegung, kulinarische Kochb&#xFC;chern und auch hier beobachten. Man kann nicht ohne eigene Brille die Welt betrachten. Der Orientalist, den Said in dem postkolonialen Diskurs verewigte, ist immer noch pr&#xE4;sent. Der Orientalist sieht das Orient im Spiegelbild der Okzident... Die jungsten Bespiele sind der Film <a href="http://tee.kaywa.com/mobile/p67.html">"Geischa" und Mohamed Karrikatur</a> (ich habe bereits dar&#xFC;ber <a href="http://tee.kaywa.com/mobile/p65.html">kommentiert</a>).<br/>
Das Vereinnahmen der fremden Kultur und das Fremde zum eigenen Zweck zu verwandeln sind im Kulturaustausch nicht neu. Die Frage ist, wohin die Teekultur in der Schweiz geht? Sich an einem unvollst&#xE4;ndigen japanischen Vorbild orientieren? Japanische "Folklore" im schweizer Boden aufzubauen w&#xE4;re ein Beitrag zur schweizer Teekultur?
<a href="http://tee.kaywa.com/mobile/exturl/http/www.urasenke.de/Muenchen/">Das M&#xFC;nchener japanische Teehaus</a>&#xA0;Kan Sho An, der von <a href="http://tee.kaywa.com/mobile/exturl/http/www.urasenke.de/">Urasenke-Schule</a> gestiftet wurde, k&#xF6;nnte allen schweizer Teeliebhaber zum Nachdenken bringen!
[<a href="http://tee.kaywa.com/files/images/2006/5/30/mob172_1148658608.gif">bild</a>]
Kan Sho An in M&#xFC;nchen. Der Teeraum im Winter mit Ro.<br/>&#xA0;</p><p><small><a href="http://tee.kaywa.com/mobile/klatsch-am-teetisch/exotik-erotik-und-dann.html">Kommentare</a>&#xA0;(0)
        <br/>Kategorie:&#xA0;<a href="http://tee.kaywa.com/mobile/klatsch-am-teetisch">Klatsch am Teetisch</a><br/></small></p><p><a href="http://tee.kaywa.com/mobile/p125.html">&#xAB; zur&#xFC;ck</a>
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