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<wml xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head><meta http-equiv="Content-Type" content="text/vnd.wap.wml;charset=ISO-8859-1"/></head><card id="main" title="KAYWA"><p><big>Tee erleben - Teeblog</big><br/>Alles &#xFC;ber Tee<br/></p><p><small>01.8.2006,&#xA0;15:36</small><br/><b><a href="http://tee.kaywa.com/mobile/formosa-tee/erinnerung-an-meine-grossmutter.html">Erinnerung an meine Gro&#xDF;mutter</a></b></p><p>In einem ersehnten regnerischen Tag sa&#xDF; ich allein vor verregnetem Garten. Nichts zu tun oder nichts tun zu wollen? Eine Tasse Paochung (Qing Cha - klarer Tee)&#xA0;aus Pinglin 2006 begleite mich in diesen ruhigen Stunden.
Leuchtende helle Farbe und leicht bitter aber s&#xFC;&#xDF;er vollmundiger Geschmack. Ist das nicht ebenfalls wie das Leben, das bitter und s&#xFC;&#xDF; parallel schmeckt? Ich erinnere mich pl&#xF6;tzlich an meine Gro&#xDF;mutter, die in ihrem Leben den Zugang zum Tee verpasste, das S&#xFC;&#xDF;e des Lebens nicht genie&#xDF;en konnte und bitter starb.
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Meine Gro&#xDF;mutter war &#x201E;verschenkt&#x201C; an die Familie meines Gro&#xDF;vaters. Das war das gew&#xF6;hnte Schicksal eines M&#xE4;dchens einer kinderreichen Familie in Taiwan anfangs des 20. Jahrhunderts. Sie wurde zuerst an einem Wanderkoch (heute nennt man Cateringservice) als Tochter &#x201E;verschenkt&#x201C;. Sie lernte ihre Kochkunst von ihrem Stiefvater, der sie sp&#xE4;ter an seiner Schwester gab. Das M&#xE4;dchen hie&#xDF; &#x201E;Xing Xiang&#x201C; &#x2013; klarer Duft und wusste ab dem ersten Tag, dass sie meinem Gro&#xDF;vater geh&#xF6;rte.
Ich kannte meine Gro&#xDF;mutter immer in einem launischen Gem&#xFC;t. Ich sah, wie sie meine Mutter &#x201E;mobbte&#x201C;. Ich wusste, dass sie Angst hatte vor H&#xF6;lle. Sie kochte sehr gut, aber altmodisch f&#xFC;r meinen modernen Geschmack. Diese alte traditionelle Art des Kochens war mir zu wider. Wenn wir Feste oder Zeremonie hatten, kochte die Gro&#xDF;mutter drei Tage lang und der Tisch war voll von essen, obwohl sie nie mit ass. Wenn wir G&#xE4;ste hatten, brachte sie alles, was sie im Schrank und im K&#xFC;hlschrank aufbewahrte. Sie war freundlich und herzlich zu anderen, w&#xE4;hrend ich als ihr Enkelkind unter dem gleichen Dach nur ihre Seufz und H&#xE4;rte erlebte.
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Sie kochte gut und wiederholte nie einen Geschmack in einem 20 g&#xE4;ngigen Men&#xFC;. Aber sie trank Tee nicht. Tee &#x2013; ein Geschmack der Mu&#xDF;e, der Ruhe und der Frieden. Sie war wie viele andere Menschen in Taiwan, die den Geschmack des Tee nie kannten, obwohl sie auf einer Tee-Insel lebten. Sie trank nur den &#x201E;wei&#xDF;en&#x201C; Tee &#x2013; das abgekochte Wasser &#x2013; so bescheiden und bewusst, wie sie ihr Schicksal sah. Nach dem Bankrott meines in Depression gefallenen Opas, verkaufte sie rote Bohne Suppe (Azuki-Bohne) und Tee auf der Strasse, um ihre Kinder und Familie zu ern&#xE4;hern. Tee war ein Mittel, um den Bauch ihrer 11-K&#xF6;pfigen Familie zu w&#xE4;rmen. Als sie sp&#xE4;ter alt und hinf&#xE4;llig wurde, als sie nicht mehr von Teeausschank leben musste, bereite sie jeden Morgen ein riesiges Fass voller Tee &#x2013; Paochung Tee, der damals ein Volkstee war. Mein Vater brachte das Fass an die Strasse, so dass jeder durstiger Passagier den Tee selbst bedienen und weiter auf seinen Weg gehen konnte&#x2026; Der Paochung schmeckt erfrischend, klar und duftend &#x2013; wie ihr Name. Ihr selbst, gen&#xFC;gte der &#x201E;wei&#xDF;en&#x201C; Tee.
Seit ich mich richtig erinnern kann, bereite meine Gro&#xDF;mutter schon f&#xFC;r ihren Tod vor. Sie kaufte seit Jahren verschiedene Unterw&#xE4;che, Bluse und Schuhe und sagte meiner Mutter, die 30 Jahren mit ihr zusammenlebte, wie sie gerne angezogen wurde. Sie starb von Nierenversagen. Das Wasser kam nicht mehr aus ihrem K&#xF6;rper. Sie sah wirklich friedlich aus, selten so friedlich. Sie w&#xFC;nschte sich zur Beerdigung in einem wei&#xDF;en Seidebluse und gestrickten blauen Schuhen.
Bis jetzt kann ich den letzten W&#xFC;nsch, den sie zu mir fl&#xFC;sterte, als sie bereits in Koma lag, nicht vergessen. &#x201E;Lin&#x201C;, l&#xE4;chelte sie mir sanft an &#x2013; so selten sanftm&#xFC;tig, &#x201E; komm fr&#xFC;her nach Hause&#x201C;. (Ich war politisch aktiv und &#x201E;spazierte&#x201C; gerne f&#xFC;r politische Zwecke auf der Strasse. In dieser Zeit empfing mein Vater mich zu Hause immer mit dem Satz &#x201E; Welcom to Chou Hotel&#x201C;.)
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Nun bin ich wirklich weit weg von zu Hause. Ihr W&#xFC;nsch bleibt immer schwieriger zu erf&#xFC;llen. Nur der Paochung, den Schwester mir jedes Jahr zuschickt, erinnerte mich immer wieder an sie und ihren letzen&#xA0;W&#xFC;nsch...&#xA0;</p><p><small><a href="http://tee.kaywa.com/mobile/formosa-tee/erinnerung-an-meine-grossmutter.html">Kommentare</a>&#xA0;(1)
        <br/>Kategorie:&#xA0;<a href="http://tee.kaywa.com/mobile/formosa-tee">Formosa Tee &#x53F0;&#x7063;&#x8336;</a><br/></small></p><p><a href="http://tee.kaywa.com/mobile/p157.html">&#xAB; zur&#xFC;ck</a>
	   	 &#xA0;|&#xA0;
	   	 <a href="http://tee.kaywa.com/mobile/p155.html">weiter &#xBB;</a></p><p align="center"><br/>- KOMMENTARE -</p><p><b>Suzanne</b><br/>01.08.2006, 23:23<br/>Was f&#xFC;r eine bittere und s&#xFC;sse Geschichte. So sind viele Familiengeschichten - Gutes und Schlechtes, Sch&#xF6;nes und H&#xE4;ssliches, so nah beieinander...<br/>
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Es ist gut, dass Du Dich an den letzten Wunsch Deiner Gro&#xDF;mutter erinnerst - und beim Tee an sie denkst. So wird sie nie wirklich fortgegangen sein!<br/>
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Ich denke gern an meine Gro&#xDF;eltern. Sie sind schon lange gestorben. Aber meine beiden Gro&#xDF;m&#xFC;tter habe ich lange gekannt. Auch sie waren sehr ambivalente Pers&#xF6;nlichkeiten - und vieles war schwierig mit ihnen. Als Enkel erlebt man es nicht unbedingt - jedenfalls war es bei mir so. Heute gibt es vieles, was ich sie gerne fragen w&#xFC;rde - aber es ist zu sp&#xE4;t.<br/>
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Es ist sch&#xF6;n, dass Du wieder da bist! Ich freue mich sehr, wieder hier lesen zu k&#xF6;nnen.<br/>
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Ganz viele liebe Gr&#xFC;&#xDF;e!<br/>
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Suzanne<br/><br/></p><p>1-1&#xA0;/&#xA0;
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