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<wml xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head><meta http-equiv="Content-Type" content="text/vnd.wap.wml;charset=ISO-8859-1"/></head><card id="main" title="KAYWA"><p><big>Tee erleben - Teeblog</big><br/>Alles &#xFC;ber Tee<br/></p><p><small>01.3.2006,&#xA0;20:18</small><br/><b><a href="http://tee.kaywa.com/mobile/klatsch-am-teetisch/was-ist-das-typische-schweizerisch.html">Was ist das typische "Schweizerische"? </a></b></p><p>Heute habe ich Lust einen provokativen Blog zu schreiben. Wer sein Weltbild und sein kulturelles Selbstverst&#xE4;ndnis nicht ger&#xFC;ttelt werden m&#xF6;chte, sollte hier per Mausklick, diesen Blog verlassen. Es geht nicht um Tee, sondern um das Zusammenleben in einer so genannten multikulturellen Gesellschaft.<br/>
Was ist das Schweizerische? Milchk&#xFC;he, Lusxusuhren von Rolex oder Migros? F&#xFC;r mich ist es typisch schweizerisch, wie ein Schweizer sich gegen&#xFC;ber seinen Mitmenschen verh&#xE4;lt und &#xFC;ber sich sagt. Die meisten Schweizer w&#xFC;rden sagen, dass sie nicht typisch schweizerisch sind und sogar - EUROP&#xC4;ER sind!<br/>
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Heute trafen wir uns zum Tee. Zum Schluss waren wir zu dritt: eine Japanerin, die mit einem Schweizer verheiratet ist und ein Schweizer, der aus einem alten Geschlecht in der Innenschweiz stammt und mit einer Japanerin verheiratet ist und ich, die seit 1992 in Deutschland lebt. Die beiden leben in einem von deutschen "Gastarbeiter" eroberten Finanzstandort Schweiz - Z&#xFC;rich.<br/>
Die Japanerin erz&#xE4;hlte von ihrer Erfahrungen mit Deutschen in Z&#xFC;rich. Deutsche erscheinen ihr vom Verhalten her eher grob und direkter als Schweizer. Sie habe das Gef&#xFC;hl, dass Deutsche weniger Wert auf die Freundlichkeit als Schweizer legen. Ich lachte und sagte, "ja, nun hast Du einen Kulturschock mit Deutschen. Ich habe auch meinen Kulturschock mit Schweizer!" Die Ohren wurden steif. Der Schweizer fragte sofort, "Menglin, was f&#xFC;r Kulturschock hast Du?" Ich begann hemmungslos &#xFC;ber meine Fremderfahrungen in der Schweiz zu erz&#xE4;hlen. Von meiner Beobachtung beim Einkaufen, im Restaurant und auf der Strasse. Schweizer scheinen mir sehr freundlich zu sein, - besser ausgedruckt: sie bem&#xFC;hen sich sehr freundlich zu sein! Diese sichtbare Bem&#xFC;hung im Laden, im Restaurant auch in meinem Bekanntenkreis, freundlich zu sein, sagt mir sehr viel &#xFC;ber Verhaltungsmuster und die Moral einer Gesellschaft aus. Ich erz&#xE4;hle weiter von meiner Erfahrungen als Gast bei Schweizer Familie und Freunden, was mir sehr fremd erschien. Ich war im einen Redefluss zu erz&#xE4;hlen, sogar &#xFC;ber die Welschschweizer &#xFC;ber den R&#xF6;stigraben zu berichten. Die beiden Einwohner aus Z&#xFC;rich konnten es nicht mehr weiter schweigen und sagten, " Nein! Das kann nicht wahr sein! Das sind deine Erfahrungen! Schweizer sind nicht so! Deine Leute sind komisch, sie sind nicht normal!", ich erwiderte "Doch, es sind alle "anst&#xE4;ndige" Schweizer!" " Das kann nicht sein. Du kennst wirklich komische Leute!" "Wie kannst Du es pauschalisieren, dass Schweizer so order so sind!" regte der Schweizer auf, " es sind deine pers&#xF6;nliche Erfahrungen, die mit Dir zu tun hat!" Ich sp&#xFC;rte, dass ich mit meiner Ehrlichkeit und Offenheit zu weit gegangen bin und nun stehe selbst pl&#xF6;tzlich im Pulverzone. Ich lachte und entschuldigte mich f&#xFC;r meine Art des Betrachtens im Gespr&#xE4;ch. Ich erz&#xE4;hlte nur von meinem Bild &#xFC;ber die Schweiz &#xFC;ber ihre Gastfreundschaft, Umgang zwischen Menschen und K&#xF6;rpercodes auf der Strasse. Sie erscheine mir als real, weil ich mit meinem Schlitzauge die Dinge anders sehe und anders erlebe. Als ein sichtbarer Fremder lebt an der Grenze des Verst&#xE4;ndnisses der Gastgeber-Gesellschaft.<br/>
Solche Gespr&#xE4;che habe ich paar Male mit Schweizer Freunde ausgef&#xFC;hrt. Fast immer bekomme ich Vorwurfe, dass das Problem solcher Erfahrungen an mir liege. Denn sie erfahren so etwas nie! Das g&#xE4;be nicht in ihrem Leben und passt nicht zu ihrem Erfahrungshorizont als ein "normaler" Schweizer. Nach heutigem Gespr&#xE4;ch habe ich etwas gelernt, nicht mehr &#xFC;ber meine "Fremderfahrungen" mit dem "Fremden" auszutauschen. Es &#xFC;berspringt die Grenze eines Erfahrungshorizonts eines "anst&#xE4;ndigen" B&#xFC;rgers! Es ist immer einfacher, das Andere und das Spiegelbild als kurios, komisch und verzerrt einzustufen, als, es als eine Chance, &#xFC;ber eigenes Weltbilds zu reflektieren. Es gilt auch f&#xFC;r mich. Es w&#xE4;re zu reflektieren, dass ich meine Erfahrungen nicht zu bewerten und nicht mit Emotion auf sie zu reagieren. Es ist immer schwer, negative und manchmal erniedrigende Erfahrungen mit Distanz zu betrachten. Aber es ist unsere Aufgabe als Mitglied in einer Weltgesellschaft, mit der Reibungen der Kulturen umzugehen. Das Fremde r&#xFC;ckt immer n&#xE4;her und wir k&#xF6;nnen diese Entwicklung nicht mehr anhalten. Der Fremde war, der heute kam und morgen weiter wanderte. Heute ist der Fremde, der heute kommt und morgen bleibt.<br/>
Das Fremdbild k&#xF6;nnte einen Blindwickel unserer Gesellschaft widerspiegeln, wenn wir ihm als eine Chance sehen k&#xF6;nnten.<br/>&#xA0;</p><p><small><a href="http://tee.kaywa.com/mobile/klatsch-am-teetisch/was-ist-das-typische-schweizerisch.html">Kommentare</a>&#xA0;(7)
        <br/>Kategorie:&#xA0;<a href="http://tee.kaywa.com/mobile/klatsch-am-teetisch">Klatsch am Teetisch</a><br/></small></p><p><a href="http://tee.kaywa.com/mobile/p70.html">&#xAB; zur&#xFC;ck</a>
	   	 &#xA0;|&#xA0;
	   	 <a href="http://tee.kaywa.com/mobile/p68.html">weiter &#xBB;</a></p><p align="center"><br/>- KOMMENTARE -</p><p><b>marc</b><br/>01.03.2006, 22:13<br/>"Diese sichtbare Bem&#xFC;hung im Laden, im Restaurant auch in meinem Bekanntenkreis, freundlich zu sein, sagt mir sehr viel &#xFC;ber Verhaltungsmuster und die Moral einer Gesellschaft aus. "<br/>
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Was sagt es denn &#xFC;ber die Moral der Gesellschaft aus?<br/><br/><b>stefan</b><br/>01.03.2006, 22:15<br/>Du schaust unter die Oberfl&#xE4;che. Menschen haben st&#xE4;ndig ein anderes Bild &#xFC;ber etwas im Kopf, die Realit&#xE4;t ist scheinbar das Bild im Kopf, welche Realit&#xE4;t? Nichts scheint wie es scheint unsere Wirklichkeiten scheinbar Interferenz der verschiedenen Sinne in einer Ordnung. Schweizerisch w&#xE4;re vielleicht ein Bild im Kopf gepr&#xE4;gt durch das (statistisch) harmonische Mittel dieser Wirklichkeiten.<br/>
Da f&#xE4;llt mir noch folgender Songtextausschnitt ein<br/>
"...existence is what we are all within"<br/>
hab ich neulich im Radio geh&#xF6;rt, kenne leider die Band nicht..<br/><br/><b>Menglin</b><br/>01.03.2006, 23:27<br/>Lieber Marc,<br/>
Die Freundlichkeit, die ich im Laden, Restaurant und beim Bekannten in der Schweiz erlebe, ist oft nicht eine nat&#xFC;rliche Art zwischen Menschen. Diese Freundlichkeit ist anerzogen und verlangt eine Anstrengung. Besser w&#xE4;re, manchmal das wirkliche Gef&#xFC;hle ausdr&#xFC;cken zu k&#xF6;nnen. und "direkter" miteinander zu leben, ohne ein Konzept zu haben, freundlich sein zu "m&#xFC;ssen".<br/>
Ich wollte damit sagen, dass die Moral der schweizer Gesellschaft f&#xFC;r mich die Anst&#xE4;ndigkeit und Freundlichkeit ist. Anst&#xE4;ndig und freundlich zu sein erscheint mir das Gebot der schweizer Erziehung.<br/>
Es sind nur meine Beobachtungen, keine Wahrheiten.<br/>
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Eine japanische Freundin erz&#xE4;hlte mir einmal, dass sich die schweizer Gesellschaft der japanischen &#xE4;hnelt. Man pflegt gerne einen freundlichen formellen Umgang miteinander. Vielleicht hat sie recht.<br/>
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Im Respekt<br/>
Menglin<br/><br/><br/><b>marc</b><br/>01.03.2006, 23:57<br/>ich denke die Leute aus der Schweiz k&#xF6;nnen sehr verschieden sein, je nachdem woher sie kommen. Im Tessin zum Beispiel treffe ich viele herzliche Leute, die sehr direkt und auf nat&#xFC;rliche Weise freundlich sind. Oder in Berggegenden wie Graub&#xFC;nden oder Wallis. Oder auch zwischen Deutsch- und Welschschweiz. Z&#xFC;rich ist ein bisschen ein Sonderfall, denke ich.<br/>
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gr&#xFC;sse<br/>
marc<br/><br/><b>Menglin</b><br/>02.03.2006, 10:01<br/>Du hast vollkommen Recht. Es geht f&#xFC;r mich eigentlich nicht so um, was das Schweizerische ist, sondern mit dem Umgang des Fremdbild in einer pluralistischen Gesellschaft wie die Schweiz.<br/>
Menglin<br/><br/></p><p>1-5&#xA0;/&#xA0;
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