Viele Menschen reden von 2012, nein genauer von 21.12.2012. An diesem Tag sollte etwas geschehen, beziehungsweise unsere Welt wird eine dramatische Veränderung erleben gar Untergang. Es gibt bereits verschiedene Gruppierung, die Nahrung horten und sich vorbereiten für das Ueberleben.
Überleben? Wozu? Ist das Leben so begehrenswert und der Tod so abstossend? Wenn es tatsächlich so wäre, warum leben die meisten Menschen nur mit Sparflammern?
Mit Edith unterhielt ich am Teetisch und plauderten über die unverständliche Reaktion der Menschheit. Dalai Lama sagte, dass er sich für Tod vorbereitet und hofft, dass er in diesem Moment loslassen kann. Für Ryku war Tee wichtiger als sein Leben, deswegen entschied er sich nach einer Tasse Tee für seinen Freitod. Und ich wünsche ich hätte genug Zeit vor meinem Tod, mein Konto rechtzeitig zu plündern.
Die Angst vor Tod begleitet uns lebenlang wie die Angst vor Allein-Sein. Einsamkeit hat nichts zu tun, ob man eine Familie hat oder nicht. Einsamkeit ist ein wichtiger Teil der menschlichen Erfahrung und allein-sein ist der normale Zustand des Seins. In der chinesischen Gesellschaft wird die Harmonie zwischen Menschen gerne zelebriert. Andererseits kann man in dieser feierlichen Kulissen sich sehr einsam und allein fühlen. Das Allein-Sein ist ein Dauerzustand unseres Daseins, denn niemand unser Leiden trägt und für unser Unglück verantwortet - ausser uns selbst. Man ist allein geboren und geht allein in den Tod. Unsere beste Freundin oder Freund ist wir selbst.

Es war ein harmonisches Paar, das sich für Matcha interessierte und der Herr hätte gerne eine Matcha Schale. Er bat um meine Meinung. Ohne zu zögern, zeigte ich ihm zwei Schale, die für mich in Frage kamen. Seine Begleiterin staunte mit grossen Augen über meine Wahl. "Warum haben Sie diese zwei Schalen für mich ausgewählt?" "Eine wärmt und hütet Sie. Eine passt zu Ihrem Gestalt." Jetzt muss eine Schale sich entscheiden, ob er mit ihm nach Hause gehen will. "Das sind die zwei Schale, die ich für mich ausgesucht habe. Warum wissen Sie es so genau?" Ich schwieg. Sehen, ohne zu sehen. Fühlen ohne zu berühren. Das lernen wir im Tee und im Zen.
Ich bin nicht anders als Du. Die Zeit und Raum spielen keine Rolle. Menschen müssen sich nicht lange gekannt haben und wir müssen nicht die gleiche Sprache sprechen.
Gerne höre ich die Musik von Janacek, im Moment gerne "Sonata 1905 - Die Ahnung und Tod" Etwas zu wissen, was bereit statt fand und nicht mit Willen verändern kann. Es zu akzeptieren, um zu verändern, kann manchmal durch Tod oder Abschied von etwas nehmen, was schon lange nicht mehr aufzuhalten ist. Die Gefühle von einem europäischen Komponist ist nicht anders als die gelebte Sentimentalität des Orients.

Weil es draussen regnet, weil ich meine beste Begleiter meines Lebens bin, bei den schönen Klänge des Klavier stelle ich meine Schale so hin und hoffe den Mond einzufangen. Der "eingefangene" Mond bleibt in meinem Herzen, Zeit und Raum verliert die Grenze und das, was zwischen Dir und mir scheidet, vergeht im Rausch. Leben und Tod verlieren Gültigkeit. Nur Hier und Jetzt entfalten sich in einer Schale Tee.