06/1 Teetheater und ein Tee aus einer Silberkanne!

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Im Hotel Eden au Lac fand heute ein Teetheater statt, gespielt von Teeliebhaber aus Teeclub Schweiz. Es sollte sich um eine Familie Wolf handeln, dessen Grossvater sich unsterblich in dem roten Käppchen verliebt. Der Grossvater wurde von dem schönen Hannes gespielt, von dem bereits Päonie Teeparty veranstaltet wurde. Jürg, der Präsident, spielt seinen Sohn, der vergeblich versuchte, den Vater wieder zum Vernupft zu bringen.

Ich kam selbstverständlich wieder zu spät und habe nur das Ende mitbekommen, wie Hannes Gesicht rot geküsst wurde und seine Liebeserklärung offenbarte.

Anschliessend fand die Teeparty statt. Auf dem Teetisch stand eine grosse Auswahl von Ronnenfeld und viele schöne Silberkanne. Zum Glück brachte Teefreundin Ursula aus Zug, die einen Teeladen führt, viele schöne offene Teesorten mit. Diese Silber-Teekanne machte mich total neugierig. Da Suzanne und Jörg mir bereits aufmerksam machten, dass die Silberteekanne bei der Zubereitung etwas bewirken könnten. Ich fragte die Personal, ob die Teekanne nur versilbert sei, oder 100%. Die Antwort lautete, selbstverständlich 100%. Ja, ein 5 Sterne-Hotel dufte so etwas anbieten. Ich bereite selber einen Oriental Beauty aus Miaoli zu, obwohl der nette junge Mann von Hotel mir helfen wollte.

Ich kenne diesen Oolong gut und weiss, wie er ungefähr in einer 0,5 Liter Kanne aus Porzellan und Ton ungefähr schmecken könnte. Doch ist ein Unterschied festzustellen.Seine Duftnote ist heller, transparenter, besser gesagt klarer. Man könnte sie sofort feststellen ohne paar Sekunde zu warten. Der Aufguss ist geschmeidiger und aromatischer als gewöhnt. Mit dieser Begeisterung entschied ich mich nach Japan zu fliegen, wenn ich wieder in Asien bin. Eine Silberkanne zu besorgen, nicht nur für den Gongfu Cha, sondern auch für Kinrin-Zeremonie 贵人茶 - ein Tee für VIP. Dann erwarte ich nur noch auf VIP-Besucher in meinem Teeraum...

Das Foto: Elisabeth und Cordula tranken einen Yünan Dianhong aus Silberteekanne. Unglaubliche schöne Teestunde verbrachten wir gemeinsam am unseren Teetisch!

30/12 Der Tee und seine richtige Kanne

Lieber Arno hat mir eine schwierige Aufgabe gegeben, die richtige Kanne für einen richtigen Tee zu lösen.

Dass sich der gleiche Tee in der gleichen Menge und in der gleichen Zeit in unterschiedlichen Teegeschirr unterschiedlich entfalten, haben wir in letzten Gongfu Cha Kurs in Zürich bereits festgestellt. Wir habe den gleichen Tee - einmal Yinzhen Baojao, einmal Daye Oolong und einmal Mixiang Hong Cha in Yixing-Kanne, in Glaskanne und Gaiwan und in Porzellan in der gleichen Zeit zubereitet. Das Fazit war, dass der gleiche Tee sich unterschiedlich entfaltete. Jörg (den Du kennst und wir im Blog) war begeistert von dem Porzellan, während der Jürg (aus Zürich) weiterhin an seine Yixing-Kanne festhielt. Gibt es objektiv eine richtige Teekanne für einen Tee? Oder es ist eine individuelle Wahl? Auch der Yinzhen Baihao kam im Glas sehr gut zur Geltung, während die anderen zwei fermentierten Tees nicht zum Ausdruck kamen.

Was die Bücher uns erzählen, ist Theorie. Probieren und den Unterschied schmecken müssen wir selber. Und das richtige Material zu wählen muss Du wohl selbst tun. Ich bin begeistert von Porzellan, nicht weil der Tee in der Porzellan-kanne am besten schmeckt, sondern weil er darin am "ehrlichsten" schmeckt! Also ich will nicht, dass der Tee besser schmeckt, sondern ich will ihn kennenlernen, so wie er ist. Später möchte ich ihn vielleicht besser zur Sprache kommen lassen, dann probiere ich gerne Mal ihn in einer guten Ton-Kanne aus. Auf dieser Ebene ist es bereits nicht mehr Tee kennenlernen, sondern die so genannte Spielerei oder im anderen Auge - die Teekunst.

Es ist ähnlich wie die Liebe- entschuldige, wenn ich es so vergleiche. Zuerst lernt man zufällig jemanden kennen . Liebe macht aber blind. Also könnten manche Menschen nur den verliebten Partner verherrlichen und glaubten, ihn verändern zu können - Liebe schafft alles! Also man versucht ihn zu verwöhnen und nur die beste Seite zu zeigen. Später trifft man auf die bittere Wahrheit und wird enttäuscht - was mache ich falsch... Aber ist Liebe nicht, jemanden so zu akzeptieren, wie er ist? Jemanden zu verändern könnten wir so wie so nicht. Wir könnten immer nur uns selber verändern. Also die Kunst der Liebe bzw. des Tees ist, die richtige Teekanne zu finden, den Tee in seiner besten Form zur Sprache kommen zu lassen. Aber zuerst lerne ihn richtig kennen und akzeptiere das, wie es ist!

Abgesehen von Fremdgeruchsgefahr - theoretisch schmeckt ein duftender Tee besser in einer Keramik-Kanne, die eine höhe Ton aufzeigt, wenn man die Deckel mit der Kanne leicht schlägt. Persönlich trinke ich gerne Oolong in der Ton-Kanne - wenn ich wirklich Muße habe. Ungerne bereite ich Tee in einer fremden Teekanne, die zuerst kennengelernt werden sollte. Aber anderen Menschen einen neuen Tee vorzuführen oder den Tee erst kennenzulernen, mache ich ihn gerne in einer Porzellankanne. Weil der Teefreund diesen Tee in seinem "originalen" Geschmack kennenlernen könnte. Wenn ein Tee für die Teefreunde bekannt ist, würde ich ihn als Spielerei in einer Ton-Kanne zubereite. Und solche Momente sind schönund glücklich, weil man auf eine Abentuer gemeinsam geht, etwas Unbekanntes zu entdecken. Leider sind solche Kreise in meiner Umgebung noch nicht entstanden. Teefreunde im Blog sind weit verstreut. Ja, es wäre wunderbar, mit anderen solche Erfahrungen direkt zu teilen! Der Wünsch ein Teehaus zu eröffnen ist die Verwirklichung diees Glück.

Kind und Teelieber Arno, er ist unser jüngsten Weggefährte, der Neffer Jacob von Suzanne trinkt seinen ersten Gongfu Cha!

Ich bin sicher, dass Du den Qilan nicht falsch zubereitet hast. Er ist einfach anders, wenn er in Gaiwan ist. Wenn sein Geschmack in Gaiwan für Dich besser ist, dann hast Du wohl ein Hauch der Teekunst geschnuppert! Gratulation!

Und diese Erfahrungen gehen immer weiter. Eine neue Erfahrung bringt ein neues Neugier. Das neue Neugier bringt wiederum eine neue Erfahrungen hervor! Der Rückkehr kann nicht mehr stattfinden, weil der Geschmack des Tees im Körper eindringt und der Körper nach ihm schreit - Tee und das ich sind eins. Irgendwann entdeckt man, dass der Tee nicht nur Geschmack hat, sondern auch eine andere Qaulität, die wir als "Geist" bezeichnen. Sich an ihn anzunähren eignet man sich eine bestimmte Haltung an, Tee nicht als Objekt zu betrachten, sondern uns in ihm hineinzusetzen. Subjekt und Objekt haben die gleiche Identität. Der Duft und Geschmack des Tees rufen in uns innere Bilder hervor anstatt unserem Verstand. Den Tee wirklich kennenzulernen setzt eine Bereitschaft und Mut vorraus, das gewöhnte Denkmuster zu überwinden, den immer weiter drehenden Intellekt abzulegen und nur Sinnesorgane anzuwenden. Somit kommen immer mehr andere Erfahrungen zum Vorschein anstatt denken. Wir lernen uns immer mehr anders kennen, als wir konditioniert sind. Wir kommen plötzlich an dem Punkt nicht mehr vorbei, aufrichtig zu uns selbst sein zu wollen. Das ist das, was wir als Chado-Teeweg nennen.

Sorry für den langen Beitrag, eigentlich habe ich Deine Frage nicht wirklich geantwortet. Ich wollte nicht die klassische Antwort schreiben: lieber Arno, für Grüntee und weissen Tee bitte Glas oder Porzellan; für Oolong und Pu Er unbedingt Yixing oder Ton, Gaiwan für Tees, dessen Frische und Duft im Vordergrund steht oder weil Du faul bist, die ganze Kanne zu putzen...

16/11 Tian Fu Tian Shou - Blumentee

Liebe Meng-Lin, 
Dein Blog ist wirklich sehr lehrreich und interessant. 
Ich trinke sehr gern Tee, würde mich aber eigentlich nicht direkt zu 
den Tee-Kennern zählen.(Schon gar nicht mehr, seit ich in Deinem Blog 
geschmökert habe...) Ich habe vor kurzem eine Dose "Tian Fu Tian 
Shou"-Tee aus China geschenkt bekommen, der,wenn ich es richtig 
verstanden habe, aus grünem Yinzhen, Amaranth und Jasminblüten in 
Form einer Teeblume besteht. Kannst Du mir vielleicht einen Tipp 
geben, wie ich den Tee zubereite und dabei die Gelegenheit nicht 
verpasse, einen etwas aussergewöhnlicheren Tee möglichst genussvoll 
zuzubereiten? 
Herzliche Grüße aus Köln 
N.

Der Tie Fu Tian Shou ist wohl eine so genannte Teeblume, der mit Hand verarbeitet wird. Ich kenne diese Art von Teeblume wie Jasmin Drachen Perle aus Huangshan Maofeng.

Jasmin Drachen PerleJasmin Drachen Perle aus Huangshan Maofeng, Foto von Roger.

Die meisten Teeblume dieser Art stammten früher aus Fujian. Inzwischen werden sie überall in China produziert. Das Problem mit diesem Kunstwerk ist der Schadstoff! Herr Demmer aus Wien hat mich beauftragt nach diesen Blumen zu suchen, die allerdings dem EU-Norm entsprechen muss. Es ist sehr schwierig. Denn Jasminblüte sind sehr belastet. Im August hätte ich die Lieferung aus China erhalten können, die aber erst im Oktober von dem taiwanesischen Zoll freigegeben. In Taiwan werden inzwischen die Waren aus China extrem streng geprüft.

Die besten Qualität dieser Art Tee wird im Juni per Auftrag produziert, da die Jasminblüte im Juni seine Höhe erreicht. Der Grundlage dieses Tees stammt oft von Sommerteeernte, denn sie ist günstiger. Nach der Bindung von den Blüten werden sie natürlich (ich hoffe)aromatisiert und anschliessend getrocknet. Bei schlechter Verarbeitung schmeckt man die Trockenung und Feuernote.

Diesen Tee zuzubereiten benötigt ganz heisses Wasser, das die Blume zum Blühen bringt. Ich empfehle eine Glaskanne, die nicht ganz gross ist - ca. 300-400 ml. Damit das Blütetanz zur Geltung kommt. Normalerweise könnte man den Tee 3-4 Male aufgiessen.

Fast alle Jasmintee wirken harmonisierend und ausgleichend - zu wichtig für Mitteleuropäer in dem grauen Wetter! Für eine gesellige Stunde, für den schönen Abend oder nach einem frustierenden Tag!

Vorsichtig vor Fremdgeruch schützen!

PS.

Liebe N. Tian Fu Tian Shou bedeutet: Für Dich mehr Glück und Segen!

05/11 Wie teuer ist Bambuskohle?

Wie teuer ist Bambuskohle?

In Taiwan kostet Bambuskohle zwischen 1,3 € (2 Sfr.) bis zum 3 € (5 Sfr.) - siehe Hier. Es gibt natürlich Qualitätsunterschiede - z.B. aus Hochland oder nicht.

In der Schweiz kann man auch Bambuskohle kaufen, allerdings 45 Sfr. für 9 Stücke! Wir hoffen, dass diese Bambuskohle für diesen Preis auch Swiss Made sein sollte! Wer sich dafür interessiert, kann bei Drogi.ch kaufen.

Für Teefreunde in Deutschland könnte man bei Segium für 29 € für 9 Stücke kaufen!

Drogi.chSwiss Made?

Nun habe ich eine neue Geschäftsidee! Anstatt Tee zu verkaufen, verkaufe ich nun Bambuskohle! Ein lukratives Geschäftsfeld wie wir nun sehen!

02/11 Bambuskohle und Tee

Zheng BanqiaoBambus. Von Zheng Banqiao in der Qing Dynastie

Wenn man guten Tee hat, möchte man den Tee in gutem Wasser zubereiten. Guter Tee braucht gutes Wasser, um sich richtig entfalten zu können.

Was macht man, wenn man aber kein gutes Wasser hat, wie in der Grossstadt Paris oder der reichen Stadt Zug? Kalthaltig oder energielos. In Taiwan würde man Bambuskohle nehmen, um Wasser zu ernergetisieren oder einfach zu verbesern!

Wie benutzt man die Bambuskohle? In Taiwan wird die Bambuskohle im Reiskochen, Wasserkochen häufig eingesetzt. Für diesen Zweck sollte man die Kohle zuerst waschen, 10-15 Minuten fest kochen und dann trocken lassen - natürlich. Jedes Monat sollte die Bambuskohle auch 2-3 Male zum Kochen bringen, um die Lebensdauer zu verlängern.

Für das Wasser kochen: In einem Wasserbehälter 1-2 Bambuskohle hinzufügen. Eine Nacht stehen lassen. Das Wasser an nächsten Tag verwenden! Oder in heissem Wasser direkt hinzufügen für ca. 30 Sekunde. Diese Kohle könnte man 2-3 Monate verwenden.

Reiskochen: im gewaschenen Reis 1-2 Bambuskohle hinzufügen und mitkochen. Der Reis schmeckt sanft und locker. Im Reisbehälter Bambuskohle hinzufügen schützt die Kohle dem Reis vor Motten.

Ausserdem für Schlaflose: Bambuskohle in Kopfkissen hilft dem Schlaf wegen seinem Elektro-Magnetischen Feld.

Für Wellness: Bambuskohle in Badewasser besäftigt Deine Haut.

Für Sparer: benutzte Bmbuskohle in die Blumenerde "zurückgeben" - deine Pflanzen dankt Dir!

Für Elektrosmog-gegner: Bambuskohle reduziert den Elektrosmog - also im Auto, vor dem Computer und neben dem Handy!

31/10 Bambus Kohle aus Taiwan

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Bambus Kohle aus Taiwan.

Wie funktioniert das?

28/2 Teekunst

Yuan Mei, ein berühmter Schriftsteller in der Qing-Dynastie schrieb in seinem Notiz von der kulinarischen Kunst von seiner Abneigung gegen Oolong. Oolong sei für ihn viel zu bitter gewesen und schmeckte nach Medizin! Diese Meinung veränderte sich erst, als er selbst nach Wu-Yi Gebirge reiste. Er entdeckte dort die einzigartige Teekunst, die die sinnlichen Erlebinisse mit Eleganz und Geistigkeit verband. Man genoß zuerst den Duft, dann liess den Auguss auf der Zunge verweilen und langsam im Mund zergehen. Diese neue Entdeckung machte ihn nachdenklich über seine Vorliebe von Lungjing, der ihm inzwischen fast nach nichts mehr schmeckte!

Das ähnliche Erlebnis hatten die meisten Teilnehmer am letzten Samstag in Basel. Wir hatten eine große Tee-Zusammenkunft von 16 Persönen. Alle waren ungeübte Teetrinker. Das Teetrinken, das nicht nur den Aufguss einfach zu schlucken bedeutet, faszinierten alle Anwesend! Den Duft mit einer kleinen "Tassli" zu schnuppern, den Aufguss aus einer fast "Eierbecher" zu schmecken und geniessen bereicherten unser Erfahrungshorizont. Das Teetrinken könnte ganz anders sein, als nur Tee schlucken und abwarten. Hinter dem Teetrinken steckt eine Kunst von Lebenserlebnisse!

Viele fragten mich, was für eine Teekanne braucht man eigentlich. Ist Gusseisen-Kanne richtig? Die Antwort ist nein. Diese aus Japan importierte Gusseisen-kanne sieht unglaublich ästhetisch. Für den Zweck, um einen guten Tee zuzubereiten wäre sie fehl am Platz! Gusseisen speichert sehr gut die Wärme, aber könnte viele edelen Tee dadurch überhitzen. Außerdem ist dieses Material für den grünen Tee jedenfalls nicht zu empfehlen, denn der grüne Tee eher kühlere Temepratur benötigt. Wozu brauchen wir Gusseisen-Kanne? In der japanischen Teezeremonie (Temae) benutzen wir sie für das Wasser Kochen...

Gusseisen KanneDie Gusseisen Teekanne Mode ist eigentlich eine europäische Erfindung. Mit dieser Kanne wird das Wasser in der Teezeremonie gekocht - anstatt den Tee darin zuzubereiten!

Ich versuche den Teilnehmern zu klären, dass eine große Teekanne den Geschmack des Tees nicht besonders entfaltet. Sie ist zu groß und benötigt zu viele Teeblätter! Der wirkliche feine Geschmack eines guten Tee kommt nicht zur Geltung! Besser wäre eine kleine Teekanne mit wenig "Kraut" und kann mehrmals aufgegossen werden! Denn Teetrinken nicht nur um das Tee Schlucken geht, sondern um eine sinnliche Reise mit dem Augen, Nase und Gaumen!

07/2 Eine Degustation mit verschiedenem Wasser

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Ich habe den schönen Dong Ding Oolong Jahrgang 1981 mit verschiedenem Wasser zwei Male aufgegossen. Einmal waren wir mit Herrn Dr. Schiltknecht, ebenfalls mit Bestwater und normalem zürcher Leitungswasser.

Das Ergebnis war interessant:

Duft: der Duft des Tees kommt bei BestWater tatsächlich besser zum Ausdruck. Es duftet feiner und sauberer. Der typische Duft eines gut gelagerten Oolongs kommt sehr gut zur Geltung: Pflaumig, Caramelartig und süsslich. Beim Leitungswasser duftet es schwerer und undifferenzierter.

Aufguss: Die Farbe ist beim BestWater tatsächlich viel heller.

Der Geschmack: der Tee mit dem Bestwater schmeckt "sauber". Der pflaumige Note kommt sehr gut zur Geltung, aber dieser Tee schmeckt mir fremd. Er ist anders als ich gewöhnt bin - bzw. es ist ein anderer Tee. Dagegen schmeckt der ee mit Leitungswasser wie der Oolong, den ich kenne - klar ich giesse ja immer mit dem normalen ungefilterten Wasser... Er schmeckt lieblich, voll und tief.

Was ist besser? Ich kann diese Antwort nicht richtig beantworten. Bestwater als Grundlage zu nehmen bedeutet für mich eine neue Zubereitungsmethode zu entdecken. Andere Menge, andere Ziehzeit und anders schmecken. Er schmeckt zudem zu "sauber" für mich. Ausserdem haben die wenigen Menschen diese teuere Anlage. Wie sollte ich den Teeblog noch schreiben, wenn die meisten Teefreunde ein anderes Wasser haben?

Das Bild: eine Degustation mit Bestwater (links) und Leitungswasser (rechts). Der Tee ist Formosa Dongding Oolong 1981. In diesem Bild kommt der Kontrast von beiden Wasser leider nicht richtig zur Geltung. Ich entschuldige mich für mein Ungeschick des Fotographierens.

16/1 Das Wasser für Tee

Kaum bin ich in Zürich, erlebe ich bereits einen Schock! Am Goldbrunnerplatz gibt es ein Restaurant, das von einer Taiwanesin geführt ist und wo ich gerne meinen Hunger stille. Nach taiwanesischer Sitte brachte ich meinen eigenen Tee zu ihr mit und ließ ihn dort deponieren. Die Chefin ist eine sehr sympathische nette Frau und servierte uns sofort eine Kanne meines Formosa Oolongs. Nach paar Minuten schenkte ich den Tee ein und dachte, wie...wie kann das mein Tee sein? Flach, unaromatisch und gewöhnlich fade!? Ich war erschrocken und bot die Chefin noch mehr Teeblätter hinzufügen. Das Ergebnis war verheerend! Das kann doch nicht sein! Es war mir sehr peinlich, dass mein Oolong nach "nichts" schmeckte!

Der Tee schmeckte ganz anders in Konstanz. Was ist passiert? Kommt der Tee mit dem Schweizer Wasser nicht klar? Das Wasser in Zürich hat keine "Lebensenergie", die den Tee zum Leben erweckt!

Teefreund Jörg lachte heute über meine Bemerkung von energielosem Zürcher Wasser. Er schlug mir vor, das Wasser aus Konstanz zu importieren. Ein anderer Freund Georg, der berühmte Antennen-Schreck von Zürich sagte mir wiederum immer wieder, dass ich meinen Tee nur mit "rechtsdrehendem" Wasser zubereiten sollte.

Was sagten die alten Chinesen zu Wasser? Lu Yu 陸羽 erzählte uns von seiner Klassifikation: Bergwasser besser als Fluss-Wasser; Fluss-Wasser besser als Brunner-Wasser. Beim Bergwasser nimmt man langsam fließendes Wasser, denn das schnell treibende Wasser Hals und Nacken-Probleme verursachen. Tsai Xiang 蔡襄sagte, wenn das Bergquelle nicht lieblich schmeckt, schadet das Wasser den Tee. Ein anderer Literat Tian Chong Heng schlug den städtischen Teeliebhaber vor, die Quellewasser durch Bambus ins Teehaus leiten. Man sollte mit schönen Steinen einen Teich einbauen und das Wasser darin aufbewahren. Das Wasser durch die Bambusleitung reinigt die Seele und das Wasser bereichert den Tee.

Wie bewahrt man denn das Wasser? Wie Brita-Wasserfilter in der Plastik? Das Teebuch Chashu bevorzugte das Keramik-Gefäß - allerdings kein neues. Es ist besser ein altes Keramikgefäß zu nehmen, da die Hitze durch die Brenn-Vorgänge bei dem neuen Gefäß noch präsent ist und dies könnte das Wasser schaden. Holzgefäß ist die schlechteste Wahl.

Wenn man weder Quellwasser noch andere Alternative hat, wäre es zu empfehlen, den Herbstregen zu sammeln. Der Herbstregen 秋雨 sei besser als der Monsunregen. Der weiße Schnee wäre ebenfalls eine gute Wahl für eine Tasse guter Tee... Die alten Chinesen hätten nie gedacht, dass der Regen sauer wird und der Schnee in diesem Winter sich warten lässt...

30/12 Matchamaschine

E-Mail schreiben an: matcha maschine.JPG

Teemeister Ulrich Haas zeigt uns die Weltneuigkeit aus der japanischen Tee-Welt. Ein Tee-Lehrer-Killer nannt er diese Maschine.

Wer die Stille nicht aushält, die Schmerzen nicht mehr ertragen will und die fremde japanische Kulturgrenze überspringen will, könnte diese Maschine anschaffen - für eine Schale perfektem Matcha!

Diese Maschine ist in Deutschland käuflich bei Keiko.

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